Das bayerische Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace hat am Donnerstag den geplanten Testflug seiner Trägerrakete Spectrum vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya abgebrochen. Techniker vermuten ein Leck in einem Druckbehälter als Ursache. Unternehmenschef Daniel Metzler versprach, bald wieder startbereit zu sein.
Isar Aerospace teilte rund eine Stunde vor dem Starttermin mit, dass der Testflug der 28 Meter langen Spectrum-Rakete abgebrochen wurde. Die Rakete sollte fünf Forschungssatelliten in den Orbit bringen und gehört zur Klasse der Microlauncher, die Nutzlasten bis zu einer Tonne transportieren können.
Bereits Ende März war ein Startversuch wegen technischer Probleme gescheitert, ebenso mehrere frühere Versuche. Beim ersten Testflug vor rund einem Jahr stürzte die Rakete kurz nach dem Abheben ins Meer. Die aktuelle Mission trägt den Namen „Onward and Upward“.
„Es steht außer Frage, dass wir die Erdumlaufbahn erreichen und einen zuverlässigen Zugang zum Weltraum beweisen werden“, erklärte CEO Daniel Metzler. „Startabbrüche gehören zur Raketenindustrie; jedes erfolgreiche Raumfahrtunternehmen hat das schon erlebt. Jeder Versuch liefert uns auf unserem Weg in den Orbit wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse. Wir werden bald wieder startbereit auf der Startrampe stehen.“
Das 2018 gegründete Unternehmen aus Ottobrunn bei München hat mehr als 500 Millionen Euro Kapital eingesammelt und ist bis 2028 ausgebucht. Isar Aerospace zielt darauf ab, schneller als SpaceX von Elon Musk kommerziell startfähig zu werden. Es ist Teil des europäischen Bestrebens, die Raumfahrt unabhängiger von US-Anbietern zu gestalten. Andere deutsche Firmen wie Rocket Factory Augsburg und HyImpulse entwickeln ähnliche Systeme für Kleinsatelliten.