Der italienische Kassationshof hat das Auslieferungsersuchen für Carla Zambelli abgelehnt, die in Brasilien wegen des Hackings des CNJ-Systems zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Italienische Richter verwiesen auf die mangelnde Unparteilichkeit von Alexandre de Moraes in diesem Fall. STF-Präsident Edson Fachin verteidigte das Vorgehen des brasilianischen Gerichts.
Der italienische Kassationshof hat kürzlich die Auslieferung von Carla Zambelli mit der Begründung abgelehnt, dass Alexandre de Moraes im selben Fall sowohl als Opfer als auch als Richter gehandelt habe.
Die italienischen Richter betonten, dass richterliche Funktionen einer dritten Partei übertragen werden müssen, die frei von persönlichen Interessen ist. Sie werteten die Einbindung von Moraes als eine makroskopische Verletzung des Rechts auf Verteidigung und des Unparteilichkeitsprinzips.
In einer Stellungnahme vom 12. Juni 2026 bekräftigte der Präsident des Obersten Bundesgerichts, Luiz Edson Fachin, die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des STF. Fachin erklärte, das Verfahren im Strafverfahren 2428/DF sei im Einklang mit der Verfassung und dem ordnungsgemäßen Rechtsweg erfolgt, wobei die Verurteilung von der Ersten Kammer einstimmig bestätigt wurde.