Juzo Itamis Film 'Tampopo' von 1985 begeht sein 40-jähriges Jubiläum, sein kultureller Einfluss zeigt sich in Ramen-Läden weltweit. Der Kultklassiker rund um Ramen wird weiterhin als Satire auf die japanische Gesellschaft gelobt. Experten stellen fest, dass der Film die Demokratisierung der Esskultur vorausgesehen hat.
Juzo Itamis Film 'Tampopo' von 1985, bekannt als 'Ramen-Western', erreicht sein 40-jähriges Jubiläum, mit Einfluss bis weltweit. Die zentrale Geschichte folgt dem Lkw-Fahrer Goro (Tsutomu Yamazaki), der der verwitweten Ramen-Ladenbesitzerin Tampopo (Nobuko Miyamoto) hilft, ihren Brühe zu perfektionieren. Der Film verspottet den Kollektivismus versus Individualismus der japanischen Gesellschaft durch Szenen wie eine in einem französischen Restaurant und nutzt Essen, um die menschliche Natur zu erkunden.
Japan Times-Filmkritiker Mark Schilling sagt: 'Wie fast alle von Itamis Filmen ist "Tampopo" eine Art gefilmter Essay über die zeitgenössische japanische Kultur und Gesellschaft sowie die menschliche Natur im Allgemeinen, serviert mit einem schwarzen komischen Twist.' Geboren 1933 in Kyoto, debütierte Itami 1981 als Regisseur mit 'The Funeral' und war bis zu seinem Suizid 1997 aktiv. Der Film verspottet den Konsumismus der Blasenwirtschaft und betont den Zerfall der Nahrungspyramiden.
Deborah Shamoon, Associate Professor an der National University of Singapore, sagt: 'Der Film parodiert diesen sozialen Aufstieg, indem er zeigt, wie Essen als Statussymbol umgekehrt werden kann. Essen ist etwas, über das jeder eine Meinung haben kann.' James Farrer, Soziologieprofessor an der Sophia University, merkt an, dass 'Tampopo' entscheidend war für das Image Japans als Nation von B-Gourmets. Seine erotischen Essensszenen und die weibliche Protagonistin waren innovativ.
In Japan war es beim Kinostart ein Flop mit 600 Millionen Yen Einspielergebnis, erlangte aber im Ausland Kultstatus. Der verstorbene Roger Ebert nannte es 'einer dieser völlig originellen Filme, die in keiner bekannten Kategorie existieren'. Er läuft weiterhin auf Festivals und beeinflusst Restaurantnamen weltweit. Zum Beispiel Tanpopo Ramen in Auckland, Neuseeland, eröffnet 2005 von Masanori Umeno aus Koshigaya, Präfektur Saitama. Schilling schließt: '"Tampopo" ebnete den Weg für viele kommenden Food-Filme... Es ist immer noch lustig als Komödie und scharfsinnig als Sozialdokumentation.'