Der Menschenrechtsanwalt Deji Adeyanju hat am 27. Juli 2026 einen offenen Brief an Präsident Bola Tinubu geschrieben, in dem er aufgrund der hohen Mietpreise, die die nigerianische Bevölkerung belasten, die Ausrufung eines Notstands im Wohnungssektor fordert.
Adeyanju berief sich auf Abschnitt 14(2)(b) der nigerianischen Verfassung, der die Regierung dazu verpflichtet, die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung zur Priorität zu machen. Er verwies zudem auf die Abschnitte 16(1)(b) und 16(2)(d) sowie auf Nigerias Verpflichtungen im Rahmen des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte.
Der Brief beleuchtete die Mietpraktiken in Abuja und Lagos, darunter die Forderung nach zwei bis drei Jahren Vorauszahlung, Maklergebühren von über 10 bis 20 Prozent sowie unregulierte Nebenkosten. Adeyanju bezeichnete diese als ausbeuterisch und forderte Obergrenzen, wie etwa maximal ein Jahr Vorauszahlung sowie kombinierte Makler- und Rechtsgebühren von insgesamt 7,5 Prozent der Jahresmiete.
Adeyanju schlug die Einrichtung einer speziellen präsidialen Arbeitsgruppe vor, die innerhalb von 90 Tagen eine nationale Wohnungspolitik entwerfen soll, sowie eine verpflichtende Zonierung für einkommensschwache Wohnbauprojekte in städtischen Gebieten und eine digitale Plattform, über die Mieter Verstöße melden können. Er drängte auf eine konsequente Durchsetzung durch Geldstrafen und Sanktionen gegen Vermieter und Makler, die sich nicht an die Vorgaben halten.