Die Morena-Abgeordnete Concepción Rueda treibt in Oaxaca das „Ley Cazzu“ voran, damit ein Richter Reisen und Verfahren für Kinder genehmigen kann, wenn ein Elternteil die Zustimmung ungerechtfertigt verweigert. In Michoacán hat Sandra María Arreola von der PVEM eine ähnliche Initiative zur Änderung der Verfassung eingereicht. Die Maßnahme soll verhindern, dass abwesende Elternteile die Mobilität ihrer Kinder blockieren.
Die Abgeordnete Concepción Rueda von der Partei Morena in Oaxaca hat die Initiative namens „Ley Cazzu“ vorgestellt. Sie soll sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche reisen und Behördengänge erledigen können, ohne in Konflikte zwischen Erwachsenen zu geraten. „In Oaxaca gibt es Mädchen und Jungen, die aufgrund der Weigerung eines abwesenden Elternteils nicht reisen oder Verfahren abwickeln können. Das ist keine Fürsorge, sondern Kontrolle“, erklärte Rueda in den sozialen Medien. Der Gesetzentwurf ermöglicht es einem Richter, im Falle einer ungerechtfertigten Verweigerung umgehend Reisen oder Verfahren zu genehmigen. Zudem könnte eine dauerhafte Reiseerlaubnis erteilt werden, wenn die rechtliche Vernachlässigung durch einen Elternteil nachgewiesen wird. In Michoacán fördert die PVEM-Abgeordnete Sandra María Arreola eine Vereinbarung zur Ergänzung des vierten Verfassungsartikels des Bundesstaates. Die Initiative befasst sich mit der Problematik, dass Eltern, die ihre wirtschaftlichen oder erzieherischen Pflichten vernachlässigt haben, dennoch Verfahren wie die Ausstellung von Reisepässen oder Umzüge blockieren können, indem sie ihre Zustimmung verweigern. Beide Vorschläge schaffen flexible Mechanismen unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive, damit der primäre Sorgeberechtigte Genehmigungen für nationale und internationale Mobilität erhalten kann. Sie weisen darauf hin, dass mehr als elf Millionen alleinerziehende Mütter in Mexiko die volle Verantwortung für die Betreuung tragen und drei von vier Kindern getrennt lebender Eltern keine Unterhaltszahlungen erhalten. Der Begriff „Ley Cazzu“ bezieht sich auf eine öffentliche Debatte in Lateinamerika, die aus Beschwerden der argentinischen Sängerin Julieta Emilia Cazzuchelli hervorging.