Lula bittet Sidônio, bis zum Ende der Amtszeit in der Regierung zu bleiben

Präsident Lula bat Secom-Minister Sidônio Palmeira, sein Amt bis zum Ende der Amtszeit zu behalten, und verhinderte so seinen Abschied, um die Wiederwahlkampagne 2026 zu leiten. Stattdessen plant Lula, Raul Rabelo, den ehemaligen Partner des Ministers, für das Kampagnenmarketing zu engagieren. Dieser Schritt stärkt Sidônios Einfluss auf die Regierungs- und PT-Kommunikation.

Der PT-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva führte letzte Woche ein Gespräch mit Secom-Minister Sidônio Palmeira und bat ihn, bis zum Ende der Amtszeit in der Regierung zu bleiben. Sidônio, der Lulas Kampagne 2022 koordiniert hatte, war für die Wiederwahl 2026 erneut vorgesehen, was seinen Rücktritt aus dem Amt erfordert hätte. Mit Sidônios Verbleib sucht Lula einen neuen Marketingleiter für die Kampagne. Raul Rabelo, der ehemalige Geschäftspartner des Ministers und eng mit ihm verbundene Werber, ist dafür vorgesehen. Raul hat an früheren PT-Kampagnen mitgewirkt, insbesondere in Bahia, wo Sidônio an Wahlen beteiligt war. Diese Nähe sichert Sidônios Einfluss auf Lulas Wahlaktivitäten, auch ohne direkte Beteiligung am Kampagnenalltag. Sidônio ist seit seiner Ernennung 2025 zu einem der wichtigsten Berater Lulas geworden. Der Präsident konsultiert ihn nicht nur zu Kommunikationsfragen, sondern auch zu anderen Regierungsbereichen. Sein Verbleib im Palácio do Planalto verhindert Störungen in entscheidenden Diskussionen während der Wahlperiode. Zudem prägt Sidônio die PT-Kommunikation unter Éden Valadares, einem Bahianer wie er und Raul. Die drei pflegen eine enge Beziehung, einschließlich gemeinsamer Unterstützung für den Fußballclub aus Bahia, was die Abstimmung von Regierungs- und Parteibotschaften erleichtert. Sidônios Bande zu Lula entstanden 2022 über bahianische PT-Figuren wie Senator Jaques Wagner und Casa-Civil-Minister Rui Costa. Zunächst übernahm Paulo Pimenta (PT-RS) das Secom-Amt. Für 2026 will die PT die Wahl als Plebiszit gegen die Regierung Jair Bolsonaros rahmen, mit Flávio Bolsonaro als Vorkandidat. Der Fokus liegt auf reaktivierten Sozialprogrammen, Einkommensteuerbefreiung bis R$ 5.000 und Kritik am bolsonaristischen Rückhalt für Donald Trumps Maßnahmen, die Brasilien betreffen und mit Verfahren gegen Bolsonaro verknüpft sind, der wegen Putschversuchs inhaftiert ist. Minister wie Gleisi Hoffmann und Rui Costa planen, ihre Posten zu verlassen, um sich um Senatssitze im Paraná bzw. in Bahia zu bewerben. Sidônios Beibehaltung macht einen Secom-Nachfolger überflüssig.

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