Parteichefin der Liberalen Simona Mohamsson startet eine neue Kampagne mit Spitznamen wie Knäckgängensson, um ihre Marke vor der Wahl zu stärken. Die Kampagne folgt schlechten Umfragen, in denen ein Drittel der Schweden nicht weiß, wer sie ist. PR-Experte Paul Ronge nennt sie traurig und verzweifelt.
Die Liberalen kämpfen mit niedrigen Umfragen weniger als ein Jahr vor der Parlamentswahl. Laut einer Demoskop-Umfrage haben nur neun Prozent der Schweden großes oder ziemlich großes Vertrauen in die Parteichefin Simona Mohamsson nach ihrer Aussage, nicht mit den Schwedendemokraten zusammenzuarbeiten. Eine kürzliche Indikator-Opinion-Umfrage zeigt, dass ein Drittel der Befragten nicht weiß, wer sie ist.
Um den Trend umzukehren, hat die Partei die Kampagne 'Därför Mohamsson' gestartet, in der Mohamsson neue Spitznamen wie Skolsson, Mobilförbudsson, Knäckgängensson, Möjlighetsson, Integrationsson und Ordningsson erhält. In einer Pressemitteilung erklärt sie: 'Als meine Familie nach Schweden kam, änderte mein Vater unseren Nachnamen. Von Mohammed zu Mohamsson, weil wir nun Teil von Schweden geworden waren. Mohamsson ist für mich mehr als ein Nachname. Er steht für Streben und das Erkennen von Chancen'.
PR-Experte Paul Ronge ist skeptisch. 'Im Lager herrscht derzeit Panik. Aber es funktioniert selten, sich auf Politiker statt auf Politik zu konzentrieren. Die Kampagne selbst wirkt ein bisschen traurig; man sollte den Leuten nicht erklären müssen, dass man Parteichef ist', sagt er. Ronge vergleicht sie mit der gescheiterten 'Det här är Lennart'-Kampagne der Zentrumspartei vor der Wahl 1998, die dem Leader Lennart Daléus nicht half.
Trotzdem glaubt Ronge, dass die Kampagne der Partei nicht schaden wird. Er nennt ein positives Beispiel der Liberalen: Das Spitzname 'Lejonkungen' von Lars Leijonborg während der Wahl 2002, das trotz schlechter Ausgangsposition einen positiven Schub gab. 'Der Spitzname hat tatsächlich angehalten und wurde zu einem positiven Impuls. Er hat ihn auch mit seinem Auftreten untermauert', sagt Ronge.