Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof (STF) ordnete am Freitag die Verlängerung des Hausarrests von Jair Bolsonaro auf unbestimmte Zeit an. Der ehemalige Präsident muss zudem innerhalb von 48 Stunden zehn Waffen an die Bundespolizei übergeben.
Die Entscheidung folgte auf den Ablauf der ursprünglichen 90-tägigen Frist für den am 27. März aus gesundheitlichen Gründen gewährten humanitären Hausarrest. Moraes erachtete die Maßnahme als angemessen, zweckmäßig und verhältnismäßig, wobei Auflagen wie das Tragen einer elektronischen Fußfessel und ein Verbot der Nutzung sozialer Medien beibehalten werden.
Der ehemalige Präsident wurde wegen der Führung eines Putschversuchs zu 27 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Verteidigung hatte am Donnerstag erneut den Antrag auf Aufrechterhaltung des Hausarrests gestellt und dabei Bolsonaros angeschlagenen Gesundheitszustand hervorgehoben, der weiterhin durch Schläfrigkeit und Erschöpfung gekennzeichnet sei.
Moraes entzog die Registrierungen als Waffensammler, Sportschütze und Jäger sowie die Waffentrageerlaubnis. In einem Umkreis von einem Kilometer um den Wohnsitz in Brasília sind Lager verboten, und für Besuche gelten eingeschränkte Regeln.