Die Verteidigung des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro hat am Freitag, dem 8. Mai, einen Antrag auf strafrechtliche Überprüfung beim Obersten Bundesgericht (STF) eingereicht. Die Anwälte machen einen Justizirrtum bei der Verurteilung wegen versuchten Staatsstreichs geltend.
Der an STF-Präsident Edson Fachin gerichtete Antrag fordert, dass der Fall per Losverfahren unter den Richtern der Zweiten Kammer zugewiesen wird. Die Anwälte Marcelo Bessa und Thiago Lôbo Fleury argumentieren, dass der Ersten Kammer die Zuständigkeit fehlte und es Unregelmäßigkeiten bei der Kronzeugenregelung von Mauro Cid gab.
Bolsonaros Verurteilung zu 27 Jahren und drei Monaten Haft wurde im November 2025 rechtskräftig. Die Verteidigung führt Einschränkungen des Rechts auf Verteidigung an und bezeichnet das rechtskräftige Urteil als verfrüht, wobei sie die Annullierung der Kronzeugenregelung sowie aller daraus abgeleiteten Beweismittel anstrebt.
Der Zweiten Kammer gehören Gilmar Mendes, Luiz Fux, Dias Toffoli, Kassio Nunes Marques und André Mendonça an. Der STF hat bereits ähnliche Revisionsanträge von den wegen der Ereignisse vom 8. Januar Verurteilten zurückgewiesen.