Der brasilianische Senat lehnte am Mittwoch, den 29. April 2026, die Nominierung des Generalstaatsanwalts Jorge Messias für den Obersten Bundesgerichtshof (STF) mit 42 Gegenstimmen und 34 Ja-Stimmen ab. Die Abstimmung markiert die erste Ablehnung eines vom Präsidenten nominierten Kandidaten für das Gericht seit 132 Jahren, also seit 1894. Messias war zuvor nach einer achtstündigen Anhörung vom CCJ-Ausschuss mit 16 zu 11 Stimmen gebilligt worden.
Das Senatsplenum lehnte die Nominierung von Jorge Messias für den STF ab, die von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva für den durch Luís Roberto Barroso freigewordenen Sitz vorgeschlagen worden war. Messias benötigte 41 Ja-Stimmen, erhielt jedoch in der geheimen Abstimmung nur 34. Zuvor hatte der Ausschuss für Verfassung und Justiz (CCJ) ihn noch mit 16 zu 11 Stimmen bestätigt.
Senatspräsident Davi Alcolumbre (União Brasil-AP) hatte die Differenz von acht Stimmen in einem von einem Mikrofon aufgezeichneten Gespräch mit Regierungsführer Jaques Wagner (PT-BA) präzise vorausgesagt. Die Ablehnung resultiert aus dem Widerstand der Opposition unter der Führung von Flávio Bolsonaro (PL-RJ) sowie aus dem taktischen Manövrieren von Alcolumbre, der Rodrigo Pacheco (PSB-MG) bevorzugte.
Nach der Abstimmung erklärte Messias: „Ich habe meinen Zweck erfüllt. Das Senatsplenum ist souverän.“ Er traf sich mit Lula im Palácio da Alvorada. Die Opposition feierte: Flávio Bolsonaro nannte es einen „historischen Tag“; Sergio Moro forderte einen „vom Lula unabhängigen STF“; Romeu Zema bezeichnete es als ein „Tor für Brasilien“.
Regierungsverbündete werteten dies als eine „Botschaft“ vor den Wahlen. Alcolumbre deutete an, dass die nächste Nominierung dem im Oktober gewählten Präsidenten obliegt. STF-Präsident Edson Fachin erklärte, das Gericht erwarte „mit Gelassenheit“ einen neuen Nominierungsvorschlag.