Brasiliens Oberster Wahlgerichtshof (TSE) bildete am Dienstag, dem 24. März 2026, eine Mehrheit, um Rio de Janeiros ehemaligen Gouverneur Cláudio Castro (PL) wegen Missbrauchs politischer und wirtschaftlicher Macht bei den Wahlen 2022 zu verurteilen und ihn bis 2030 von öffentlichen Ämtern auszuschließen. Das 4:1-Votum gefährdet seine angestrebte Senatskandidatur.
Brasiliens Oberster Wahlgerichtshof (TSE) bildete am Dienstag, dem 24. März 2026, mit den Stimmen der Richter Isabel Gallotti (Berichterstatterin), Antônio Carlos Ferreira, Floriano de Azevedo Marques und Estela Aranha eine Mehrheit, um Rio de Janeiros ehemaligen Gouverneur Cláudio Castro (PL) wegen Missbrauchs politischer und wirtschaftlicher Macht bei den Wahlen 2022 zu verurteilen. Richter Kassio Nunes Marques stimmte für einen Freispruch. Das Ergebnis steht bei 4 zu 1, wobei weitere Stimmen noch ausstehen, aber die Mehrheit gegen Castro und seine Mitangeklagten Rodrigo Bacellar (União), Thiago Pampolha und Gabriel Rodrigues Lopes ist gesichert. Die Wählbarkeit ist für acht Jahre bis 2030 aufgehoben. Castro trat am 23. März zurück, um eine Amtsenthebung zu vermeiden, die Neuwahlen in Rio hätte auslösen können, und bevorzugte stattdessen eine indirekte Wahl in der gesetzgebenden Versammlung des Bundesstaates, in der die PL die größte Fraktion stellt. Er erklärte, er gehe mit 'erhobenem Haupt'. Der Fall untersucht den Erlass zur Einstellung von 27.600 Zeitarbeitern bei der Fundação Ceperj und der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (Uerj), der im ersten Halbjahr 2022 Kosten in Höhe von 519 Millionen R$ verursachte, sowie 2.139 % höhere Transfers und Bargeldabhebungen in Höhe von 248 Millionen R$ im Rahmen des 'geheimen Gehaltssystems', das von UOL im Juni 2022 aufgedeckt wurde. Die Staatsanwaltschaft behauptet, sie hätten als Wahlkampfhelfer agiert. Castro bestreitet jegliches Fehlverhalten und wurde vom TRE-RJ im Mai 2024 mit 4:3 Stimmen freigesprochen. Die Berichterstatterin Isabel Gallotti und Floriano de Azevedo Marques sahen das wahlpolitische Motiv als erwiesen an, einschließlich der Nötigung von Bediensteten und fehlender Einstellungsvoraussetzungen. Floriano bemerkte: 'Die Zahlen sind beeindruckend... der Anstieg lag in der Größenordnung von 2.139 %'. Kassio argumentierte, es gebe nicht genügend Beweise für einen Einfluss auf die Wahl, da Castro im ersten Wahlgang 58,67 % der Stimmen erhalten hatte: 'Eine Verurteilung auf Grundlage von Vermutungen ist nicht zulässig'. Präsidentin Cármen Lúcia beschleunigte das Verfahren durch eine außerordentliche Sitzung. Trotz der festgestellten Unwählbarkeit kann Castro für den Senat kandidieren und beim STF Berufung einlegen, um das Urteil vor der Zertifizierung aufheben zu lassen, wie Verbündete einräumen.