Der Gerichtshof von Rio de Janeiro hat am Donnerstag (26.) die Wahl des Abgeordneten Douglas Ruas (PL) zum Präsidenten der Gesetzgebenden Versammlung von Rio de Janeiro (Alerj) für ungültig erklärt. Die vorläufige Entscheidung der amtierenden Gerichtspräsidentin, Desembargadora Suely Lopes Magalhães, begründet dies mit einem Machtmissbrauch und der Missachtung einer Anordnung des Obersten Wahlgerichts (TSE). Guilherme Delaroli (PL) bleibt interimistischer Präsident.
In der Nacht des 26. März 2026 setzte die amtierende Präsidentin des Gerichtshofs von Rio de Janeiro (TJ-RJ), Desembargadora Suely Lopes Magalhães, die am selben Tag abgehaltene Alerj-Wahl aus, bei der Douglas Ruas (PL) 45 Stimmen der anwesenden Abgeordneten erhalten hatte. Von 69 stimmberechtigten Abgeordneten nahmen 24 nicht an der Abstimmung teil; während der Sitzung kam es im Saal zu Protesten der Opposition mit 'Golpista'-Rufen. Reporter der 'Folha' konnten Ruas bis zum Redaktionsschluss nicht erreichen. Das vorläufige Urteil reagiert auf einen 'Writ of Mandamus', der von Oppositionsparteien wie PDT, PT, PSOL, PSD und MDB eingereicht wurde. Die Richterin ordnete die sofortige Aussetzung der Sitzung sowie aller darauf folgenden Akte an, wodurch die Wahl – sofern bereits abgeschlossen – für unwirksam erklärt wurde. Ruas trat ohne Gegenkandidaten an, nachdem der interimistische Präsident Guilherme Delaroli (PL) die Sitzung mit einer Ankündigungsfrist von weniger als zwei Stunden einberufen hatte, was gegen die interne Alerj-Vorschrift einer 48-stündigen Mindestfrist verstößt. Die Abstimmung fand zudem statt, ohne die Stimmen der Wahl von 2022 neu auszuzählen, wie es das Oberste Wahlgericht (TSE) nach der Aufhebung des Mandats des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Bacellar (União Brasil) angeordnet hatte. Das Regionale Wahlgericht (TRE-RJ) wird die Neuauszählung am 31. März durchführen. 'Die logische Chronologie, die einzuhalten ist (…), ist eindeutig: erst die Neuauszählung der Stimmen (…) und erst danach die Einleitung des Wahlprozesses', schrieb die Desembargadora. Sie verwies auf Machtmissbrauch, da die Alerj die Wahl vorangetrieben habe, ohne die gerichtliche Anordnung und ihre eigenen Regeln vollständig zu befolgen. Die Entscheidung eröffnet den Wettbewerb um die Führung der Alerj neu und beeinflusst die Nachfolgelinie des Bundesstaates, nachdem Desembargador Ricardo Couto seit dem 23. März infolge des Rücktritts von Cláudio Castro (PL) interimistisch regiert. Eine Neuwahl erfordert zunächst die Neuauszählung, die Neuzusammensetzung des Plenums und die Einhaltung der Vorschriften.