Der Präsident des Obersten Gerichtshofs (STF), Edson Fachin, hat einen Einspruch des parlamentarischen Untersuchungsausschusses (CPI) zu organisierter Kriminalität gegen die zuvor von Richter Gilmar Mendes verfügte Aussetzung der Aufhebung des Bankgeheimnisses bei Maridt Participações zurückgewiesen. Das Unternehmen steht in Verbindung mit Richter Dias Toffoli. Damit bleiben die Bank-, Steuer-, Telefon- und Telekommunikationsunterlagen des Unternehmens im Rahmen von Ermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten und möglicher Verbindungen zur organisierten Kriminalität unter Verschluss.
Am 28. März 2026 wies STF-Präsident Edson Fachin den Antrag des CPI zu organisierter Kriminalität des Senats ab, die Entscheidung von Richter Gilmar Mendes vom 27. Februar aufzuheben. Mendes hatte per Habeas Corpus in einem nicht zusammenhängenden, archivierten Fall die Anordnung des CPI ausgesetzt, auf die Bank-, Steuer-, Telefon- und Telekommunikationsdaten von Maridt zuzugreifen, und diese als unbegründet bezeichnet.
Maridt, ein Unternehmen, an dem die Brüder von Toffoli beteiligt sind, verkaufte Anteile am Tayayá-Resort: die Hälfte im Jahr 2021 an den Arleen-Fonds (verbunden mit der Banco Master, kontrolliert von der ermittelten Person Daniel Vorcaro) und den Rest im Jahr 2025 an Paulo Humberto Barbosa, einen Anwalt von JBS. Der CPI wirft dem Unternehmen finanzielle Unregelmäßigkeiten und Verbindungen zur Geldwäsche vor.
Fachin argumentierte, dass die Präsidentschaft des STF nicht befugt sei, die Entscheidung eines anderen Richters zu überprüfen, da es unter den Ministern keine Hierarchie gebe: „Não se admite, como regra, pedido de suspensão de decisão proferida por Ministro do Supremo Tribunal Federal.“ Er leitete einen separaten Antrag des CPI an Mendes weiter.
Der Vorsitzende des CPI, Senator Fabiano Contarato (PT-ES), kritisierte die Entscheidung als Einschränkung der Ermittlungen und der Befugnisse des CPI und kündigte an, vor das gesamte Plenum des STF zu gehen. Im Februar legte die Bundespolizei Fachin einen 200-seitigen Bericht über die Verbindungen zwischen Toffoli und Vorcaro vor, fand jedoch keine Grundlage für Ermittlungen gegen Toffoli, der jegliches Fehlverhalten bestreitet und erklärt, alles bei den Behörden gemeldet zu haben.