Die meisten Brasilianer beziehen politische Informationen aus TV und sozialen Medien

Eine Umfrage von Datafolha zeigt, dass 58 % der Brasilianer für politische und Wahlinformationen zum Fernsehen greifen und 54 % zu sozialen Medien. Die Gewohnheiten unterscheiden sich je nach Stimmabgabe 2022: Lula-Wähler bevorzugen TV, Bolsonaro-Anhänger digitale Plattformen. Die im März 2026 durchgeführte Umfrage hebt Unterschiede im Informationskonsum zwischen den Gruppen hervor.

Die Umfrage von Datafolha, die am 9. März 2026 veröffentlicht wurde, befragte 2.004 Brasilianer ab 16 Jahren vom 3. bis 5. März in 137 Gemeinden. Die Fehlerquote beträgt plus/minus zwei Prozentpunkte bei 95%igem Konfidenzniveau. Die Umfrage ist beim TSE unter Protokoll BR-03715/2026 registriert. 58 % der Befragten nennen Fernsehnachrichten als Hauptquelle für politische Informationen, während 54 % soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und X (ehemals Twitter) angeben. Weitere Quellen sind Nachrichten-Websites (26 %), Gespräche mit Freunden und Familie (21 %), YouTube-Kanäle (21 %), Podcasts und Radiosendungen (je 14 %), Print- oder Online-Zeitungen (14 %) sowie WhatsApp oder Telegram (10 %). Nur 3 % geben an, kein Medium zu nutzen. Die Analyse nach der Stimmabgabe in der Stichwahl 2022 zeigt eine Umkehrung zwischen den Wählern von Lula (PT) und Jair Bolsonaro (PL). Unter Lula-Anhängern wenden sich 66 % dem Fernsehen zu – acht Punkte über dem allgemeinen Durchschnitt – und 47 % sozialen Medien. YouTube wird von 16 % genannt, WhatsApp/Telegram von 8 %. Unter Bolsonaro-Wählern führen soziale Medien mit 61 %, gefolgt vom Fernsehen mit 53 %. YouTube wird von 28 % genannt – 12 Punkte höher als bei Lula-Wählern – und WhatsApp/Telegram von 15 %. Das Muster wiederholt sich bei denen, die eine Wahlabsicht für Flávio Bolsonaro (PL-RJ) 2026 angeben: 63 % nennen soziale Medien, 50 % Fernsehen, 28 % YouTube und 15 % WhatsApp/Telegram. Die Daten deuten darauf hin, dass Lulas Basis stärker ans Fernsehen gebunden bleibt, während der Bolsonaro-Wählerkreis sich auf digitale Plattformen konzentriert, wo die redaktionelle Kontrolle geringer ausfällt und Desinformation leichter zirkuliert. Dies spiegelt die Ermittlungen zu den digitalen Milizen wider, die Bolsonaros Putschpläne untersuchten; er wurde zu 27 Jahren und drei Monaten Haft wegen versuchten Putsches und anderer Verbrechen verurteilt. Kürzlich hat die TSE Regeln für die Wahlen 2026 genehmigt, die Plattformen verpflichten, Berichte über die Einhaltung von Vorgaben zu Wahlrisiken vorzulegen, und verbietet KI-generierte oder manipulierte Inhalte in den 72 Stunden vor und 24 Stunden nach der Stimmabgabe.

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