Joël Amalric, 57-jähriger Bürgermeister und Winzer von Foissac, kandidiert für eine dritte Amtszeit trotz Haushalts- und landwirtschaftlicher Herausforderungen. In dieser Gemeinde im Gard mit 445 Einwohnern schätzt er seine Doppelrolle, die auf einer Familiengeschichte bis 1699 zurückgeht. Während viele ländliche Bürgermeister zurücktreten, betont er die Flexibilität und das Engagement der Gewählten.
Joël Amalric, 57 Jahre alt, ist Winzer und Bürgermeister von Foissac, einer Gemeinde mit 445 Einwohnern in der Region Uzège, zwischen Nîmes und Alès. Er bewirtschaftet rund 100 Hektar Weinberge und hat für einen Samstag im Februar eine Sitzung angesetzt, nachdem er den Tag bei Tagesanbruch mit dem Schneiden der Reben begonnen hat. nnTrotz Haushaltsunsicherheiten und Veränderungen in der Agrarpolitik kandidiert der Bürgermeister für eine dritte Amtszeit. In Frankreich sind fast 12 Prozent der Bürgermeister Landwirte, laut einer Studie von 2025 der Association des maires de France und des Cevipof, gegenüber 40 Prozent in den 1970er Jahren. Viele seiner Kollegen treten zurück, doch Amalric schätzt diese Doppelrolle, gestützt durch eine emotionale Bindung ans Dorf. „In meiner Familie sind wir seit 1699 in der Gemeinde“, erklärt er und erwähnt, dass seine zwei Töchter ebenfalls in Foissac leben. nnDas renovierte kleine Rathaus beschäftigt zwei Sekretärinnen fast vollzeit (33 Stunden) und eine Teilzeitkraft für 17 Stunden Reinigung. „Den Rest, wie Klempnerei und Straßenreinigung, geben wir an Dienstleister weiter; das ist flexibler. Und es entlastet unsere Finanzen“, sagt er. Die Gewählten leisten viel, „manchmal fühlt es sich wie Ehrenamt an“. Bei Veranstaltungen wie der Zeremonie am 8. Mai „krempeln wir die Ärmel hoch“. nnDieses Profil beleuchtet die Herausforderungen auf dem Land vor den Kommunalwahlen 2026.