Die Gemeinden in Guadeloupe stehen vor katastrophalen Finanzlagen, die aus historischem Klientelismus stammen, insbesondere bei Einstellungen. Dieses Problem stellt eine große Herausforderung für Kandidaten bei den Kommunalwahlen dar. Jean-Philippe Courtois, scheidender Bürgermeister von Capesterre-Belle-Eau, äußert seine Bestürzung über diese Haushaltsbeschränkungen.
Die Gemeinden in Guadeloupe kämpfen seit Jahren mit prekären Finanzen, einem Erbe vergangener Klientelismen, das die lokale Verwaltung behindert. Diese Last lastet schwer auf den 2020 gewählten Bürgermeistern, die oft erst im Amt die volle Ausmaß der Defizite erkennen. Jean-Philippe Courtois, scheidender Bürgermeister von Capesterre-Belle-Eau im Département Basse-Terre und dem divers centre zugehörig, strebt die Wiederwahl an. Er folgte auf Joël Beaugendre, einen divers droite-Bürgermeister von 1995 bis 2020, der 2024 verstarb. »Wir wussten, dass die Finanzlage der Gemeinde kompliziert war, aber wir haben dieses Defizitniveau nicht erwartet«, teilt er mit. Courtois fügt hinzu: »Wir müssen das Wahlprojekt betrauern; wir wissen, dass wir es nicht umsetzen können.« Diese Einschätzung findet sich bei vielen Amtsträgern wieder. 2019 warnte die Zeitung France-Antilles vor Gemeinden »am Rande des Bankrotts« und veröffentlichte eine Bewertungstabelle zur Eigenfinanzierungsfähigkeit, Fixkosten, Schuldenständen und Steuererhebung im gesamten Archipel. Zu den schwersten Fällen gehört Terre-de-Haut in Les Saintes. Der ehemalige Bürgermeister Louis Molinié von der Union des démocrates et indépendants führte von 2000 bis 2018 das Amt und wurde wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt, was die lokalen Finanzen weiter verschlechterte. Diese Finanzprobleme, die vor den Kommunalwahlen 2026 hervorgehoben werden, zwingen Kandidaten, ihre Ambitionen in einem Archipel zu reduzieren, wo die Fiskalverwaltung ein zentrales Thema bleibt.