Editorial: Frankreich Opfer eines administrativen Embolismus

In einem Editorial fordert Gaëtan de Capèle eine tiefgreifende Überholung des französischen öffentlichen Sektors, da Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die private Industrie umgestalten. Er hebt den unerbittlichen Anstieg der öffentlichen Ausgaben und die unkontrollierbare Verschuldung hervor und weist auf das Fehlen bedeutender Reformen seit Jahrzehnten hin.

Gaëtan de Capèle beschreibt in seinem Editorial, das am 10. Februar 2026 in Le Figaro veröffentlicht wurde, Frankreich als von einer «administrativen Embolie» geplagt. In der Ära der wirtschaftlichen Digitalisierung und des Aufstiegs der Künstlichen Intelligenz, die Produktivität und Arbeitsorganisation im Privatsektor durcheinanderbringen, ist nach seiner Ansicht die Zeit für eine grundlegende Neubewertung im öffentlichen Dienst gekommen. Amélie de Montchalin, die das Präsidium der Cour des comptes übernehmen wird, wird dort Stapel von Berichten vorfinden, die eine «unaufhaltsame Flucht nach vorn» bei den öffentlichen Ausgaben, eine endlose Abdrift der Defizite und eine Explosion der «hors de contrôle» Schulden detaillieren. Diese Berichte empfehlen Einsparungen im Sozialbereich wie Gesundheit und Renten, die Verfolgung von Verschwendung landesweit und eine Verschärfung der Kontrollen im öffentlichen Dienst. De Capèle bemerkt, dass trotz dieser wiederholten Warnungen nur wenige Reformen umgesetzt wurden. Die einzige bemerkenswerte Ausnahme war die Nichtbefüllung einer von zwei Pensionierungsstellen unter Nicolas Sarkozy. Er fordert die neue Präsidentin auf, frische Berichte in Auftrag zu geben, die zweifellos zu denselben Schlüssen kommen werden, um einen besseren Einsatz öffentlicher Mittel zu gewährleisten. Dieser Appell erfolgt inmitten anhaltender Haushaltsbedenken in Frankreich, wo die Cour des comptes eine zentrale Aufsichtsrolle spielt.

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