Nicolas Baverez warnt vor Frankreichs Weg zum Dritte-Welt-Status

In einer Chronik vom 31. Januar 2026 stellt der Ökonom Nicolas Baverez Frankreich als das Argentinien Europas dar, das von Demagogie untergraben wird, die die Mittelschicht verarmt und den Abfluss von Talenten und Kapitalen antreibt. Der Reichtum pro Einwohner sank 2024 auf 38.110 Euro, was das Land auf Platz 34 weltweit platziert und 7 % unter dem EU-Durchschnitt für das dritte Jahr in Folge.

Die Chronik von Nicolas Baverez, veröffentlicht am 31. Januar 2026 in Le Figaro, beleuchtet den sich beschleunigenden wirtschaftlichen Rückstand Frankreichs. Der Autor beschreibt das Land als „Argentinien Europas“, wo Demagogie große Teile der Mittelschicht in die Armut stürzt und den Abfluss von Fachkräften, Unternehmen und Kapitalen fördert. Im Jahr 2024 beträgt der Reichtum pro Einwohner 38.110 Euro und platziert Frankreich auf Platz 34 weltweit. Diese Zahl liegt 7 % unter dem europäischen Durchschnitt und markiert den dritten Rückgang in Folge. Im Vergleich zu Nachbarländern sind die Abstände frappierend: 25 % hinter Dänemark, 20 % unter Schweden, 15 % hinter Deutschland und nur 0,5 % vor Italien. Seit 2000 hat sich der Vorsprung gegenüber Polen von 60 % auf 20 % halbiert. Dieser markante Rückgang des BIP pro Einwohner führt zu zunehmender Armut, die fast 10 Millionen Franzosen betrifft, wobei jährlich über 650.000 weitere in prekäre Verhältnisse geraten. Baverez betont, dass dies durch explodierende Schulden verschärft wird: Die Verschuldung der Haushalte erreicht 60 % des BIP, während der Verlust der Kontrolle über die öffentlichen Finanzen die Steuerzahler stark belastet. Die Analyse von Baverez warnt vor einer entfesselten Verarmung und hebt Risiken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im europäischen Kontext hervor.

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