In einem Gastbeitrag für Le Monde kritisiert der Finanzier Jean Gatty die prognostizierten Haushaltsdefizite Frankreichs für 2026 und schlägt eine von Warren Buffett inspirierte Maßnahme vor, die Abgeordnete von der Wiederwahl ausschließt, falls das Defizit 3 Prozent des BIP überschreitet.
Das französische Staatsbudget für 2026 prognostiziert 402 Milliarden Euro Einnahmen, 526 Milliarden Ausgaben und ein Defizit von 124 Milliarden, hieß es in Jean Gattys Gastbeitrag in Le Monde. Für die Sozialversicherung zeigen die Zahlen 660 Milliarden Einnahmen, 677 Milliarden Ausgaben und ein Defizit von 17 Milliarden, was die Schulden um 141 Milliarden Euro erhöht. Es wurden keine Maßnahmen zur Haushaltsausgleichung ab 2027 diskutiert. Gatty hinterfragt die wiederkehrenden öffentlichen Defizite und konstatiert, dass Staatsbudgets nur alle 40 oder 50 Jahre ausgeglichen werden, anders als Unternehmen (1,2 Prozent Insolvenzrate in Frankreich 2025, also 68.000 von 5,9 Millionen) oder Privathaushalte (1,9 Prozent überverschuldet 2023, also 586.000 von 30 Millionen). Er erläutert, dass Staaten sich ohne Rückzahlungszwänge verschulden können, im Gegensatz zu Privatpersonen und Firmen. Unter Berufung auf Warren Buffett zitiert Gatty den US-Milliardär: „Wir könnten das Defizit in fünf Minuten lösen. Einfach ein Gesetz erlassen, das besagt: Jedes Mal, wenn das Defizit mehr als 3 Prozent des BIP beträgt, sind alle amtierenden Kongressmitglieder für eine Wiederwahl unzulässig. Dann passen die Anreize. Es ist machbar.“ Dieses Vorschlag soll die Anreize der Abgeordneten mit fiskalischer Disziplin in Einklang bringen.