Einwanderungsveränderungen befeuern Ausbeutungen in der zweifelhaften französischen Gesellschaft

In einem Gastbeitrag der Le Monde untersucht Pascal Brice, Präsident des Verbands der Solidaritätsakteure, wie sich die Einwanderungsverschiebungen in Frankreich der letzten 40 Jahre – von alleinstehenden Arbeitern zu Familien – mit Declassement-Gefühlen decken, die die Rechte stärken. Er kritisiert die Normalisierung xenophober Ideen und die wachsende Unterstützung für rechte erodierende Maßnahmen. Diese Trends entfalten sich in einer französischen Gesellschaft, die von wirtschaftlichen, sozialen und identitären Zweifeln geplagt ist.

In den letzten 40 Jahren hat sich die Einwanderung in Frankreich verändert: alleinstehende Einwanderer-Arbeiter haben Familien Platz gemacht, hauptsächlich aus afrikanischen mehrheitlich muslimischen Ländern. Diese erhöhte Sichtbarkeit zusammen mit wachsender Diversität und Vermischung stößt auf wirtschaftliche und soziale Fragilität. Pascal Brice bemerkt, dass Declassement-Gefühle ganze Arbeiterschichten und Regionen betreffen und den Weg für die Rechte ebnen. Die Rhetorik der Rechten zur Einwanderung normalisiert sich, wird nicht mehr einhellig als xenophob abgetan. Eine Mehrheit der Wähler scheint drastische Schritte zu unterstützen, wie die Beschränkung von Familienzulagen auf französische Staatsbürger, die Eindämmung der Familienzusammenführung, das Ende des Ius-Soli und die Abschaffung der staatlichen medizinischen Hilfe. Brice argumentiert, dass diese die Würde und Gleichheit untergraben und wahrscheinlich die Verfassung verletzen würden. Etablierte Parteien reagieren mit Nachahmung, Verleugnung oder Anheizen identitärer Konflikte, wie das Einwanderungsgesetz von Dezember 2023 zeigt. Frankreich mit 11,3 % Einwanderern hat kein Problem der schieren Zahlen – widerlegend den 'Großen Austausch'-Mythos –, sondern eine essentialistische Sicht, die pauschale Kürzungen rechtfertigt und Missbräuche einlädt. Dennoch umarmen viele Franzosen die Aufnahme von Einwanderern als bereichernd oder bleiben neutral. Doch inmitten demokratischer und identitärer Unsicherheiten nähren diese Veränderungen politische Ausbeutungen.

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