Emmanuel Macron hat Amélie de Montchalin, die aktuelle Ministerin für öffentliche Leistungen und Haushalt, ausgewählt, um Pierre Moscovici an der Spitze der Cour des comptes abzulösen. Ihre Ernennung soll am Mittwoch im Ministerrat formalisiert werden, wodurch sie die erste Frau wird, die diese 200 Jahre alte Institution leitet. Sie tritt ihr Amt inmitten der anhaltenden Haushaltsherausforderungen Frankreichs an.
Pierre Moscovici trat am 1. Januar als Präsident der Cour des comptes zurück, um dem Europäischen Rechnungshof beizutreten, und ließ die Institution seit Jahresbeginn ohne Leitung. Emmanuel Macron hat die 40-jährige Amélie de Montchalin als Nachfolgerin benannt, wie Le Monde und Le Figaro am 9. Februar 2026 berichteten. Die Ernennung wird im Ministerrat des folgenden Mittwochs formalisiert, sie übernimmt das Amt am 22. Februar. Als loyale Unterstützerin Macrons trat Amélie de Montchalin 2017 kurz nach dessen Wahl als Abgeordnete für Essonne in die Politik ein. Sie bekleidete mehrere Ministerposten: Staatssekretärin für Europäische Angelegenheiten 2019, Ministerin für Transformation und öffentlichen Dienst 2020 sowie Ministerin für ökologische Transition 2022, bevor sie ihren Parlamentssitz an Jérôme Guedj verlor. Absolventin von HEC und Harvard, arbeitete sie bei BNP Paribas und Axa und war Frankreichs Vertreterin bei der OECD unter Macron. Nach der Auflösung der Nationalversammlung ins Kabinett zurückgeholt, wurde sie unter François Bayrou Ministerin für öffentliche Leistungen und Haushalt und behielt den Posten unter Sébastien Lecornu in Matignon. Sie leitete Haushaltsverhandlungen, die zur Annahme des Sozialversicherungshaushalts und des Finanzgesetzes 2026 per Artikel 49.3 der Verfassung führten und ein Defizit von 5 Prozent des BIP prognostizieren. „Dieser unvollkommene Text ist nützlich für die Franzosen, da er uns aus dem Klima der Unsicherheit führt“, sagte sie. Sie strebt an, bis 2029 unter 3 Prozent Defizit zu gelangen, um EU-Regeln einzuhalten. Mit 40 Jahren übernimmt sie eine Institution, die jährlich rund 200 Berichte erstellt, um für Haushaltskonsolidierung zu werben, inmitten politischer Instabilität und rutschender Staatsfinanzen. Ihr unwiderrufliches Mandat ist bis zum Alter von 68 Jahren begrenzt.