Zwei Meinungsbeiträge, veröffentlicht am 11. Januar 2026 in der Folha de S.Paulo, debattieren Brasiliens Herausforderungen, plädieren für effizientes Management und kritisieren Politiken, die Ungleichheiten verschärfen, im Kontext der Wahlen 2026.
Mitten in den prädiskutiven Debatten für 2026 hat die Folha de S.Paulo zwei Meinungsbeiträge veröffentlicht, die die chronischen Probleme Brasiliens ansprechen und Lösungen auf Basis effektiver öffentlicher Verwaltung vorschlagen. Im ersten Text argumentiert der ehemalige Gouverneur von São Paulo João Doria, dass das Land Qualitäten wie eine umfangreiche Biodiversität und starke Produktivität in der Agrarwirtschaft besitzt, aber anhaltende soziale Probleme hat. Er nennt über 49 Millionen Brasilianer ohne vollen Zugang zu Grundversorgung mit Sanitäranlagen, etwa 2 Millionen Kinder und Jugendliche außerhalb der Schule und Warteschlangen im Gesundheitswesen, die Millionen betreffen. Doria betont, dass es nicht an Ressourcen mangelt, sondern an managerialer Ineffizienz: „Das zentrale Problem ist nicht budgetär – es ist managerial. Es fehlt an Methode, um Ressourcen in Ergebnisse umzuwandeln.“ Aus seiner Erfahrung in der Regierung von São Paulo (2019-2022) beschreibt er Initiativen wie Echtzeit-Überwachungspanels, die Prozesse von Monaten auf Wochen beschleunigten, und das Programm „SP Sem Papel“, das über 100 Millionen Dokumente digitalisierte. Ein weiteres Beispiel ist das „Corujão da Saúde“, das einen Rückstand von 536.000 überfälligen Untersuchungen in fünf Monaten abbauen konnte, indem das SUS-Netzwerk für Nachtdienste umorganisiert wurde, ohne zusätzliche Ausgaben. Im zweiten Beitrag kritisiert ein Ingenieur und Forscher des IEA-USP Vorschläge für kostenlosen öffentlichen Nahverkehr als „Ungleichheitspolitik“. Basierend auf Daten aus 130 Gemeinden und einer Herkunfts-Ziel-Untersuchung der Metrô-SP stellt er fest, dass mehr Personen mit Einkommen zum Bezahlen profitieren würden als die ohne Ressourcen, was alle belastet, einschließlich Rentner. Er schlägt Gutscheine oder die vollständige Umsetzung des Gesetzes 10.835/2004 über das Grundbürgergeld vor, das mit der Unterstützung von Eduardo Suplicy verabschiedet wurde. Der Autor weist auf 7,4 Millionen in extremer Armut und 48,9 Millionen in Armut hin und schlägt vor, die Mittel für kostenlosen Nahverkehr umzuleiten und 20 % der bundesstaatlichen Steuerbefreiungen (644 Millionen R$ im Jahr 2024) zu kürzen, um extreme Armut zu beseitigen. Beide Texte fordern im Wahlkampf den Fokus auf konkrete Vorschläge, mit Priorität auf Transparenz und Effizienz, um Ungleichheiten zu verringern und öffentliche Dienstleistungen zu verbessern.