Ein parlamentarischer Ad-hoc-Ausschuss ist zu dem Schluss gekommen, dass Zeugenaussagen auf eine ernste institutionelle Krise bei den südafrikanischen Strafverfolgungsbehörden hinweisen. Die Ergebnisse folgen auf monatelange Anhörungen zu Vorwürfen der Unterwanderung durch Drogenkartelle.
Der Beweisführer, Anwalt Norman Arendse SC, erklärte dem Ausschuss am 28. Mai 2026, dass der South African Police Service vor einer vielschichtigen Krise stehe. Zu den Kernproblemen zählen die Politisierung hochrangiger Ernennungen, Governance-Versäumnisse bei der National Prosecuting Authority, unzureichende Überprüfungsprozesse sowie Instabilität im Bereich Crime Intelligence.
Die Untersuchung geht auf Anschuldigungen des Polizeikommissars von KwaZulu-Natal, Nhlanhla Mkhwanazi, vom Juli 2025 zurück. Er behauptete, dass das „Big Five“-Drogenkartell das Strafjustizsystem und die Politik unterwandert habe. Der Ausschuss hörte zwischen Oktober 2025 und Anfang dieses Jahres 28 Zeugen an.
Arendse erklärte, Vusimuzi „Cat“ Matlala sei nicht glaubwürdig gewesen und eher ein Akteur in einem korrupten Netzwerk als ein Opfer. Er merkte zudem an, dass der ehemalige Polizeiminister Senzo Mchunu die „Political Killings Task Team“-Einheit am 31. Dezember 2024 aufgelöst habe, ohne sich mit Präsident Cyril Ramaphosa oder leitenden Beamten abzustimmen. Eine Prüfung ergab bei 121 entfernten Fallakten keinerlei Fortschritte.
Der Ausschuss muss seine Arbeit bis zum 12. Juni 2026 abschließen, bevor der Bericht dem Parlament vorgelegt wird. Eine parallele Untersuchungskommission unter der Leitung von Madlanga wird ihre Anhörungen voraussichtlich am 1. Juni wieder aufnehmen.