Die Sprecherin der südafrikanischen Nationalversammlung, Thoko Didiza, hat mit der Bildung eines 31-köpfigen Ausschusses zur Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Cyril Ramaphosa begonnen. Anlass sind Vorwürfe bezüglich auf seiner Phala-Phala-Farm gefundenen Fremdwährungen. Der Schritt folgt auf ein Urteil des Verfassungsgerichts vom vergangenen Freitag, das eine parlamentarische Regelung für verfassungswidrig erklärte und die Einsetzung des Gremiums forderte. Die politischen Parteien müssen ihre Nominierungen für den Ausschuss bis zum 22. Mai 2026 einreichen.
Dem Ausschuss werden neun Mitglieder des African National Congress, fünf der Democratic Alliance, drei der uMkhonto weSizwe Party und zwei der Economic Freedom Fighters angehören. Jeweils ein Mitglied entsenden die Inkatha Freedom Party, Patriotic Alliance, Freedom Front Plus, ActionSA, African Christian Democratic Party, United Democratic Movement, Rise Mzansi, Build One South Africa, African Transformation Movement, Al Jama-ah, National Coloured Congress und United Africans Transformation.
Sprecherin Didiza traf sich am 13. Mai 2026 mit den Fraktionsgeschäftsführern der Parteien, um das weitere Vorgehen zu skizzieren, das unter anderem die Einreichung des Berichts gemäß Sektion 89 und die formelle Unterrichtung der Nationalversammlung umfasst. Die Parteien wurden aufgefordert, die Namen ihrer Mitglieder bis zum Geschäftsschluss am 22. Mai 2026 beim Sekretariat der Nationalversammlung einzureichen.
Der ANC hielt am selben Tag ein außerordentliches Treffen des Nationalen Exekutivkomitees in Kapstadt ab, um das Gerichtsurteil zu erörtern. Generalsekretär Fikile Mbalula erklärte, das Treffen diene dazu, den Abgeordneten und Parteistrukturen Orientierung zu geben, und merkte an, dass das Urteil Ramaphosa in keiner Weise zum Rücktritt verpflichte. Der Präsident nahm nicht an dem Treffen teil.