Das südafrikanische Verfassungsgericht hat entschieden, dass das Parlament durch die Blockade einer Untersuchung zur Amtsenthebung von Präsident Cyril Ramaphosa im Jahr 2022 verfassungswidrig gehandelt hat. Die Entscheidung verpflichtet die Nationalversammlung dazu, einen Ausschuss für ein Amtsenthebungsverfahren einzusetzen, um die Phala-Phala-Affäre zu prüfen. Oppositionsparteien forderten umgehend den Rücktritt des Präsidenten.
Das Mehrheitsurteil vom 9. Mai 2026 hob den Beschluss der Nationalversammlung vom Dezember 2022 auf, einen Bericht eines unabhängigen Gremiums nicht an einen Amtsenthebungsausschuss weiterzuleiten. Oberste Richterin Mandisa Maya erklärte, dass Rechenschaftspflicht ein grundlegender Verfassungswert sei und die Nationalversammlung sicherstellen müsse, dass der Präsident zur Verantwortung gezogen werde.
Das Urteil geht auf Vorwürfe zurück, wonach im Jahr 2020 Fremdwährungen von Ramaphosas Wildfarm Phala Phala gestohlen wurden. Das Gericht stellte fest, dass die Nationalversammlung einen Fehler begangen habe, als sie trotz der Erkenntnisse des Gremiums keine weiteren Schritte einleitete.
Oppositionsführer reagierten prompt. Julius Malema, Vorsitzender der Economic Freedom Fighters, erklärte, Ramaphosa solle zurücktreten, um sich auf das Verfahren konzentrieren zu können. Vuyo Zungula, Vorsitzender der African Transformation Movement, und Herman Mashaba, Vorsitzender von ActionSA, schlossen sich den Forderungen an, dass er sofort zurücktreten müsse.
Der African National Congress wird das Urteil voraussichtlich am 11. Mai bei seiner Sitzung des National Working Committee erörtern. Die MK Party hat einen Misstrauensantrag eingereicht, während die South African Communist Party dazu aufrief, das Amtsenthebungsverfahren unverzüglich einzuleiten.