Das chilenische Verfassungsgericht hat die Berufung des Anwalts Raimundo Palamara mit neun zu einer Stimme zurückgewiesen und damit die Ermittlungen zum gescheiterten staatlichen Ankauf des Hauses des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende endgültig eingestellt. Das Urteil bestätigt die Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft im Oktober 2025. Palamara bezeichnete die Entscheidung als einen schlechten Präzedenzfall für die Korruptionsbekämpfung.
Das chilenische Tribunal Constitucional (TC) unter dem Vorsitz von Daniela Marzi wies am Mittwoch eine Klage von Raimundo Palamara, dem Leiter der Fundación Fuerza Ciudadana, ab. Palamara war als Kläger in dem von dem regionalen Staatsanwalt Patricio Cooper geführten Ermittlungsverfahren zum gescheiterten staatlichen Ankauf des Hauses von Salvador Allende aufgetreten. Im Oktober 2025 entschied die Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen nicht weiter zu verfolgen und beantragte die Einstellung des Verfahrens ohne Anklageerhebung gegen die Beschuldigten. Palamara argumentierte, dass Vorschriften, die der Staatsanwaltschaft einen Ermessensspielraum bei der Einstellung von Verfahren einräumen und Anschuldigungen für nicht förmlich eingeleitete Handlungen ausschließen, verfassungswidrig seien. Mit einer Mehrheit von neun zu einer Stimme wies das TC die Berufung zurück und beendete damit das Verfahren endgültig. „Es ist ein schlechter Präzedenzfall, dass die strafrechtliche Verfolgung von Korruptionsdelikten letztlich vom Willen eines einzelnen Staatsanwalts abhängt. Hier verliert nicht die Stiftung, sondern die Bürgerschaft als Ganzes, die ihre Erwartungen an die Bekämpfung des Hauptkrebsgeschwürs unseres Landes, der Korruption, erneut enttäuscht sieht“, erklärte Palamara.