Der Prozess wegen mutmaßlicher Korruption bei der Vergabe des Schulernährungsprogramms (PAE) von Neiva 2020 schreitet mit einem neuen Gerichtszeitplan voran, geleitet von Richterin Olga María Erazo. Der ehemalige Bürgermeister Gorky Muñoz Calderón, nun Senatskandidat, steht neben Ex-Beamten und Auftragnehmern vor Gericht. Die Vorbereitungshörung soll die Beweiserhebung abschließen, um den mündlichen Prozess im März zu beginnen.
Fast fünf Jahre nach dem Korruptionsskandal bei der Vergabe des PAE 2020 hat das Sechste Strafgericht des Circuits in Neiva einen Zeitplan zur Beschleunigung des Verfahrens festgelegt. Die Anklageschrift wurde am 23. August 2020 eingereicht, doch die Verhandlungen sind nur langsam vorangekommen. Bei der Fortsetzung der Vorbereitungshörung warnte Richterin Olga María Erazo: „Ich möchte Sie warnen: Die Beweiserhebung kann sich nicht endlos hinziehen. Wir werden mit den bisherigen Erhebungen fertig.“ Sie lehnte Anträge der Verteidigung auf Verlängerung ab und setzte den 16. März als Frist zur Beendigung dieser Phase und zum Start des mündlichen Prozesses. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Straftaten wie unregelmäßige Vertragsvergabe, unangemessenes Interesse an Vertragsabschlüssen und Verstoß gegen Vorschriften zu Berufsverboten und Unvereinbarkeiten vor. Diese beziehen sich auf die direkte Vergabe eines 5,25 Milliarden Pesos-Vertrags an die Asociación de Estudiantes Afrodescendientes de Nariño (Asoformando) für 105.000 Rationen für öffentliche Schüler in Neiva sowie 300 Millionen für die Überwachung durch die Fundación Colombia Florece. Beide Organisationen sind mit dem ehemaligen Stadtrat Haiden Otoniel Vergara Quiñones verbunden, einem Wahlkampfspendengeber von Muñoz. Beteiligt sind unter anderem der ehemalige Bürgermeister Gorky Muñoz Calderón, der ehemalige Bildungssekretär Giovanny Córdoba Rodríguez, Rechtsberater Juan Felipe Molano und Andrés Camacho Cardozo sowie die Auftragnehmer Carmen Rosaída Castillo Arboleda und Miguel Alfonso Banguera Jaramillo. Die Staatsanwaltschaft nennt 33 Zeugen, 568 materielle Beweismittel und 20 Datenträger mit Telefonabhören. Die Verteidigung hat sechs neue Zeugen ergänzt. Muñoz, der 2023 vom Generalstaatsanwalt für neun Jahre und sechs Monate abgesetzt und unehrenhaft erklärt wurde, führt seine Senatskampagne weiter, da ein Einspruch beim Staatsrat die Sanktion aussetzt. Das Strafverfahren, priorisiert wegen seiner Auswirkungen auf öffentliche Mittel für 105.000 bedürftige Schüler, droht zu verjähren, doch die Richterin besteht auf keine weiteren Verzögerungen.