Nach einem zehnjährigen Ermittlungsverfahren und dem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft hat Richter Fredy Peña Ávila David Andrés Cangrejo Torres und elf weitere Personen im mutmaßlichen Fall von Wahlkorruption bei der ESE Carmen Emilia Ospina in Neiva vollumfänglich freigesprochen, da die Beweislage nicht ausreichte, um die Unschuldsvermutung zu widerlegen.
In einem am vergangenen Freitag verkündeten Urteil sprach Richter Fredy Peña Ávila vom Vierten Strafkammergericht in Neiva den ehemaligen ESE-Manager David Cangrejo Torres und elf Mitangeklagte vollumfänglich frei und beendete damit eine zehnjährige juristische Saga, die 2016 begonnen hatte. Der Fall basierte auf Vorwürfen der kriminellen Verschwörung, Erpressung und Wählernötigung während der Amtszeit von Rodrigo Lara Sánchez bei der ESE zwischen 2014 und 2015. Wie bereits Anfang des Monats berichtet, beantragte Staatsanwältin Sandra Patricia Orjuela zum Abschluss des Prozesses den Freispruch und räumte ein, dass die Beweise – darunter WhatsApp-Chats und Polizeiberichte, die 2016 als rechtswidrig eingestuft wurden – nicht ausreichten, um die Unschuld der Angeklagten zu widerlegen. Mehrere Anklagepunkte waren aufgrund von Verzögerungen bereits verjährt, und von den 23 Zeugen sagten nur neun inhaltlich relevant aus, wobei sie sich häufig auf Gerüchte stützten. Die Angeklagten, die im Mai 2016 festgenommen und kurz darauf wieder freigelassen wurden, sahen sich keinen nachgewiesenen Vorwürfen der Nötigung oder des Amtsmissbrauchs gegenüber. Der Richter wandte aufgrund von Beweislücken den Grundsatz 'in dubio pro reo' (im Zweifel für den Angeklagten) an. Es werden keine Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft oder der Generalstaatsanwaltschaft erwartet, womit alle Auflagen aufgehoben sind. Die Freigesprochenen könnten nun Entschädigungen für die ungerechtfertigte Inhaftierung fordern.