Das Plenum des Gerichts von Santiago lehnte einstimmig den Antrag der Staatsanwaltschaft von Antofagasta ab, die Immunität des Gouverneurs der Metropolregion, Claudio Orrego, im Fall ProCultura aufzuheben. Das 50-seitige Urteil kritisiert die Ermittlungen scharf, da sie administrative Fehler mit Straftaten vermengen. Die Richter stellten das Fehlen eindeutiger Beweise zur Untermauerung der Vorwürfe fest.
Das Plenum des Gerichts von Santiago wies den Antrag auf Aufhebung der Immunität gegen Claudio Orrego mit 24 Stimmen zu null ab. Das Urteil betrifft mutmaßliche Straftaten des Betrugs zum Nachteil der Staatskasse, der Zweckentfremdung öffentlicher Mittel sowie der Amtsanmaßung im Zusammenhang mit dem ProCultura-Programm. Das Urteil rügt die Staatsanwaltschaft dafür, dass sie es versäumt habe, zwischen administrativen Unregelmäßigkeiten und strafrechtlicher Haftung zu unterscheiden. „Während die Staatsanwaltschaft eine Reihe von Fakten beschreibt, die ihrer Ansicht nach administrative Fehler oder Unregelmäßigkeiten aufzeigen, ist der entscheidende Punkt, dass dies allein noch keine strafrechtliche Verantwortung begründet“, so das Urteil. Die Richter wiesen darauf hin, dass die Anklage weder Orregos konkretes Verhalten beim mutmaßlichen Betrug zum Nachteil der Staatskasse spezifiziert noch ein klares betrügerisches Schema dargelegt habe. Zudem habe es an einer detaillierten Darstellung seiner Beteiligung gefehlt, wodurch die Pflicht verletzt wurde, Beweise vorzulegen, die die Straftaten plausibel machen könnten. Obwohl Orregos Reaktion auf die Nichteinhaltung durch ProCultura als verspätet eingestuft wurde, merkte das Gericht an, dass er die Vereinbarung vorzeitig beendet und die Einziehung von Garantiebürgschaften gefordert habe. Das Programm „Quédate“, das auf Suizidprävention abzielte, entsprang einem anfänglichen öffentlichen Bedarf. Orregos Verteidigung begrüßte das Urteil, da es bestätigt, dass keine Beweise die Plausibilität der Vorwürfe stützen.