Der neue Präsident der Christdemokraten (DC) Chiles, Álvaro Ortiz, und der ehemalige amtierende Präsident Oscar Ramírez äußerten bei der Gedenkveranstaltung zum zehnten Todestag von Patricio Aylwin scharfe Kritik an der Regierung. Sie bekräftigten ihre Dialogbereitschaft, lehnten jedoch Vorgaben bei der Diskussion über den Nationalen Wiederaufbauplan ab. Ortiz erklärte, die Initiative habe ihr ursprüngliches Ziel verloren, da sie zu einem Sammelgesetz geworden sei.
Während der Gedenkfeier zum zehnten Todestag des ehemaligen Präsidenten Patricio Aylwin verschärften die führenden Köpfe der Christdemokraten (DC) Chiles ihre Kritik an der Regierung und dem Nationalen Wiederaufbauplan.
Oscar Ramírez, der ehemalige amtierende Parteivorsitzende, warf dem Präsidenten vor, er sei "mehr darum besorgt, zu spalten". Er fügte hinzu: "Wir müssen mit der Regierung sprechen, aber wir werden auch die sozialen Rechte verteidigen, die errungen wurden". Ramírez betonte die Bedeutung eines Dialogs ohne Zwang: "nicht mit Vorgaben, nicht indem man ein großes Gesetzespaket schnürt, sondern lasst uns vorher eine Einigung erzielen".
Álvaro Ortiz, Abgeordneter und neuer DC-Vorsitzender, erklärte, die Initiative "erfüllt diese Erwartung nicht" und sei zu einem "Sammelgesetz" geworden. Er erläuterte: "Wenn man dieses von der Regierung vorgelegte Projekt genauer betrachtet, stellt man fest, dass es viele Dinge vermischt und daher den wahren Zweck dieses Gesetzes nicht erfüllt".
Obwohl Ortiz bereits eine Beschwerde vor dem Verfassungsgericht wegen des Sammelcharakters des Megaprojekts angekündigt hatte, zeigte er sich am vergangenen Freitag offen für eine allgemeine Zustimmung. Zudem kritisierte er die wirtschaftlichen Auswirkungen der Regierungsentscheidungen: "Sie haben wahllos in die Taschen der Chilenen gegriffen", was sich auf Kraftstoffe, Elektrizität und die Würde von Millionen Menschen auswirke.