Die Regierung von Präsident José Antonio Kast hat die Einbringung ihres umstrittenen 'Nationalen Wiederaufbauplans' – der kürzlich in 'Wirtschaftsreaktivierungsreform' umbenannt wurde – in den Kongress auf nächste Woche verschoben. Ursprünglich im März angekündigt und für den 1. April geplant, ermöglicht die Verzögerung abschließende Prüfungen und verlagert den Fokus nach einem tödlichen Vorfall in Calama auf die Sicherheit an Schulen.
Am Montag, den 6. April, trafen sich gegen 10:30 Uhr die Parteiführer der Regierungskoalition zu einem erweiterten politischen Ausschuss im La Moneda, unter dem Vorsitz von Innenminister Claudio Alvarado (der während Kasts Reise nach Argentinien als Vizepräsident amtierte). Die Minister José García (Segpres) und Regierungssprecherin Mara Sedini nahmen ebenfalls teil. Sie wurden darüber informiert, dass das Megaprojekt – das Mitte März mit über 40 Maßnahmen angekündigt wurde, darunter Steuerreformen (wie die IVA-Befreiung für Erstwohnungen und Unternehmenssteuersenkungen), Wiederaufbau nach Bränden, Genehmigungsverfahren, Bildung und Sicherheit – in dieser Woche nicht in den Kongress eingebracht wird.
Die Verzögerung räumt zwei Gesetzesentwürfen zur Schulsicherheit Vorrang ein, die am Dienstag zur dringenden Debatte eingebracht werden, nachdem ein Schüler an einer Schule in Calama einen Inspektor getötet und vier weitere Personen verletzt hatte. 'In dieser Woche liegt die Priorität auf der Sicherheit, insbesondere an Schulen', sagte der UDI-Vorsitzende, Abgeordneter Guillermo Ramírez.
Der Vorsitzende der Partido Republicano, Arturo Squella, merkte an, dass 'noch einige Verfahren ausstehen'. Die Umbenennung zielt darauf ab, das Projekt von den Wiederaufbaumaßnahmen nach den Bränden abzugrenzen. Die Opposition äußert weiterhin Kritik: Paulina Vodanovic von der PS bezeichnete es als 'Tutifruti-Gesetz', Constanza Martínez von der FA sagte, es begünstige die 'Superreichen', und Raúl Soto von der PPD nannte es 'täuschend'. Regierungssprecherin Sedini verteidigte das Vorgehen: 'Das sind die Dringlichkeiten, die Chile braucht.' Finanzminister Jorge Quiroz hat die Parlamentarier bereits über den Umfang des Plans informiert.