Die Regierung von Präsident José Antonio Kast hat dem Kongress ihr Nationales Wiederaufbauprojekt vorgestellt, das rund 40 Maßnahmen zur Wachstumsförderung umfasst, darunter eine Senkung der Unternehmenssteuer von 27 % auf 23 % sowie eine steuerliche Reintegration. Minister bereisten am Freitag die Regionen, um den Gesetzentwurf zu verteidigen, während OTIC und IWF vor Arbeitsmarkt- und Haushaltsrisiken warnen. Eine Umfrage zeigt, dass 54 % der Befragten die Verabschiedung durch den Kongress befürworten.
Präsident José Antonio Kast erläuterte den Plan in einer nationalen Ansprache mit den Worten: „no llegamos aquí para repetir el ciclo anterior, llegamos para romperlo“. Die Initiative zielt auf ein BIP-Wachstum von 4 %, einen ausgeglichenen Haushalt und eine Arbeitslosenquote von 6,5 % ab, finanziert durch Ausgabenkürzungen und eine breitere Steuerbasis.
Minister wie Jorge Quiroz (Finanzen), Claudio Alvarado (Inneres) und Mara Sedini (Regierungssprecherin) verteidigten das Projekt in Regionen wie Valparaíso, Los Lagos und Arica. Sedini bestätigte eine Begrenzung der universitären Gratuidad auf 12 Jahre nach dem High-School-Abschluss auf Grundlage eines technischen Gutachtens, bezeichnete dies jedoch als „diskutierbar“. Alvarado wies interne Widersprüche zurück.
Die OTIC der chilenischen Baukammer warnte, dass die Abschaffung des Sence-Steuerfreibetrags aufgrund des Fachkräftemangels die Machbarkeit gefährde, angesichts von 51 Milliarden US-Dollar im Bergbau und 40 Milliarden US-Dollar jährlich im Baugewerbe. Quiroz entgegnete, dass der Freibetrag schlechte Ergebnisse liefere und missbraucht werde.
Der IWF warnte durch Dora Iakova, dass dauerhafte Steuersenkungen kompensiert werden müssten, um die Staatsverschuldung unter 45 % des BIP zu halten; eine Mission werde Santiago besuchen. Eine Umfrage von Descifra zeigt eine allgemeine Zustimmung von 49 %, wobei jedoch 63 % die Maßnahmen für unzureichend halten; 52 % priorisieren Anreize für formelle Beschäftigung.
Die Opposition zeigt sich gespalten, wobei die DC trotz Drohungen vor dem Verfassungsgericht (TC) offen für eine gesetzgeberische Auseinandersetzung ist.