Nachdem das Verfassungsgericht das wirtschaftliche Notstandsdekret vom Dezember 2025 aufgehoben hat, wird die kolumbianische Regierung eine Steuerreform zur Beschaffung von 16 Billionen Pesos vorlegen. Finanzminister Germán Ávila und Präsident Gustavo Petro bestätigten den Plan als Reaktion auf das fiskalische Ungleichgewicht. Die Maßnahme soll Kürzungen bei den Sozialausgaben vermeiden und die geerbten Defizite angehen.
Das Verfassungsgericht erklärte das Dekret 1390 aus dem Jahr 2025 für verfassungswidrig, mit dem die Regierung im vergangenen Dezember den wirtschaftlichen Notstand ausgerufen hatte, um etwa 11 Billionen Pesos zu mobilisieren. Die 6:2-Entscheidung löste unmittelbare Reaktionen der Exekutive aus.
Präsident Gustavo Petro kritisierte das Urteil und argumentierte, es setze die Kolumbianer teureren Schulden aus, da die Zinssätze von 7 % auf 13 % steigen würden. "Indem das Verfassungsgericht den Notstand nicht billigte und aussetzte, hat es ein wahrscheinliches, eintretendes Ereignis zur Realität werden lassen: Tatsächlich haben sich die Schulden um Billionen von Pesos verteuert", so Petro. Er versicherte, dass dem Kongress ein neues Finanzierungsgesetz vorgelegt werde, um eine Haushaltslücke von 16 Billionen Pesos zu decken.
Finanzminister Germán Ávila bestätigte in einem Interview mit BLU Radio, dass die Regierung die Initiativen in einem Vorschlag für eine Steuerreform in Höhe von 16 Billionen Pesos wieder einbringen werde. "Wir werden einen Vorschlag für eine Steuerreform vorlegen (...) wir gehen davon aus, dass er sich in der Größenordnung von 16 Billionen Pesos bewegen wird", erklärte er. Ávila führte das Defizit auf die Vorgängerregierung zurück, insbesondere auf den Stabilisierungsfonds für Kraftstoffpreise (Fepc), der den Haushalt mit 79 Billionen Pesos belastete.
Beide Führungskräfte schlossen Kürzungen bei Sozialprogrammen aus und entschieden sich stattdessen, Infrastrukturinvestitionen und Transferleistungen an wohlhabende Sektoren zu überprüfen. Ávila merkte an, dass die Nettoverschuldung im Verhältnis zum BIP bei 58,5 % liege, und ordnete die Inflation als globalen Effekt ein, der durch Faktoren wie den Krieg im Nahen Osten bedingt sei.