Die kolumbianische Contraloría General de la República berichtete, dass das Dekret 0150 von 2026, mit dem im Februar aufgrund der Klimakrise ein wirtschaftlicher Notstand ausgerufen wurde, keine fundierte Berechnungsgrundlage für die geforderten 8,26 bis 8,68 Billionen Pesos aufweist. Die Aufsichtsbehörde stellte Diskrepanzen bei den Schadensschätzungen, etwa bei den überfluteten Flächen, sowie das Fehlen eines koordinierten nationalen Plans fest. Diese Prüfung erfolgt auf Ersuchen des Verfassungsgerichts.
Die Contraloría führte auf Ersuchen des Verfassungsgerichts eine eingehende Prüfung des Dekrets durch und kam zu dem Schluss, dass keine detaillierten Grundlagen für die globale Ressourcenschätzung vorliegen. Die Nationale Einheit für Katastrophenrisikomanagement (Ungrd) räumte ein, dass ihre Zahlen dynamisch seien und vor Ort angepasst werden müssten, was eine aktuelle Prüfung verhindere.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört, dass die Ungrd in Córdoba 113.641 überflutete Hektar meldete, während die Diari der Contraloría unter Verwendung von Sentinel-1-Radarbildern 66.276 Hektar schätzte – eine Differenz von 47.365 Hektar, die auf eine Überbewertung hindeutet.
Der Bericht weist auf das Fehlen eines einheitlichen nationalen Plans hin; stattdessen gebe es nur aggregierte sektorale Reaktionen sowie Schwachstellen wie das Fehlen einer territorialen Priorisierung, Berechnungsüberschneidungen und die Missachtung ordentlicher Ressourcen. Im Bereich Wohnungsbau, dem mit 4,45 Billionen geforderten Pesos größten Posten, weichen die Berechnungen um über 23,5 Milliarden Pesos voneinander ab.
Die Contraloría stellte infrage, warum nicht zunächst Mechanismen des Gesetzes 1523 von 2012 genutzt wurden, und empfahl angesichts der geringen Budgetplanung für Katastrophen im Jahr 2026 eine öffentliche Politik zur Finanzierung von Katastrophenrisiken. Zu den Bereichen Bergbau, Energie und Verteidigung wurden aufgrund unzureichender detaillierter Informationen keine Feststellungen getroffen.