Die chilenische Regierung hat dem Kongress einen Gesetzentwurf vorgelegt, um bis zu 1,35 Milliarden USD für den Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur zu beschaffen, die durch die Waldbrände 2026 in Ñuble und Biobío beschädigt wurden. Der Plan kombiniert direkte staatliche Ausgaben, steuerliche Anreize und die Gewinnung privater Investitionen, ohne dauerhafte Steuererhöhungen. Bürgermeister der betroffenen Gebiete fordern eine rasche Verabschiedung, während Kritik aus Valparaíso laut wird.
Die Regierung von José Antonio Kast legte am Dienstag dem Kongress einen wichtigen Gesetzentwurf vor, um auf die Auswirkungen der Waldbrände zu reagieren, die in Ñuble und Biobío wüteten, über 42.000 Hektar zerstörten und 21 Menschenleben forderten. Er erhöht die Obergrenze des befristeten Notfallfonds für Brände auf 1,2 Billionen Pesos (etwa 1,4 Milliarden USD) mit dem Ziel, 4.429 Häuser wiederaufzubauen. Wohnungsbauminister Iván Poduje betonte in einem Interview mit Radio Duna die Dringlichkeit der Finanzierung: „Man kann den Wiederaufbau nicht aus regulären Mitteln finanzieren, da es sich um ein katastrophales, unerwartetes Ereignis handelt.“ Der Gesetzentwurf umfasst befristete Einnahmenmechanismen, eine 50-prozentige Kürzung der Schenkungssteuer zur Förderung privater Spenden sowie Zahlungserleichterungen und Schuldenerlasse für betroffene Familien und KMUs. Er zielt zudem darauf ab, Projekte durch die Verkürzung von Verwaltungsverfahren, die Straffung von Umweltprüfungen und die Einschränkung von Klagemöglichkeiten zu beschleunigen, um der „Permisología“, die Investitionen blockiert, entgegenzuwirken. Für den Wohnungsbau bietet er befristete Umsatzsteuerbefreiungen für Neubauten sowie Anreize für DFL2-Immobilien. Bürgermeister aus Penco und Tomé fordern schnelles Handeln. Rodrigo Vera aus Penco erklärte: „Über 3.540 Häuser sind komplett zerstört. Ohne diesen Gesetzentwurf gibt es keinen Wiederaufbau.“ Ítalo Cáceres aus Tomé verwies auf 16 bereits übergebene Häuser, betonte jedoch, dass 526 zerstört seien, was 500 Millionen USD für Biobío erfordere. Die Bürgermeisterin von Valparaíso, Camila Nieto, kritisierte den Ansatz: „Er verringert die Last für diejenigen, die mehr haben, und schwächt gleichzeitig die Kapazität des Staates.“ Der Vorschlag versucht, den Wiederaufbau mit wirtschaftlichem Wachstum durch private Investitionen in Einklang zu bringen.