Der chilenische Gesetzentwurf zum nationalen Wiederaufbau sieht eine vollständige Befreiung von der Grundsteuer für Menschen über 65 Jahre für ihren Hauptwohnsitz vor, was bei Bürgermeistern Besorgnis hinsichtlich der kommunalen Finanzierung und des Gemeinsamen Kommunalen Fonds auslöst. Die Regierung rechnet mit einem Einnahmeausfall von 200 Millionen US-Dollar, wobei Einzelheiten zur Kompensation noch ungeklärt sind. Mehrere Bürgermeister kritisieren die Auswirkungen auf die Grundversorgung.
Artikel 12 des Gesetzentwurfs für nationalen Wiederaufbau sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklung gewährt natürlichen Personen über 65 Jahren eine 100-prozentige Befreiung von der Grundsteuer für ihren einzigen Hauptwohnsitz. Er enthält Strafen für Unregelmäßigkeiten sowie Regelungen gegen Steuerhinterziehung durch Übertragungen innerhalb der Familie. Die Änderung schmälert direkt die kommunalen Einnahmen, die den Betrieb und die Beiträge zum Gemeinsamen Kommunalen Fonds (FCM) finanzieren, welcher bedürftige Gemeinden durch Mittel von reicheren Kommunen unterstützt. Offizielle Schätzungen prognostizieren einen Einnahmeausfall von 200 Millionen US-Dollar, wobei 130 Millionen US-Dollar den FCM betreffen und 70 Millionen US-Dollar direkt den Gemeinden entgehen. Der achte Übergangsartikel besagt, dass das Haushaltsgesetz zusätzliche FCM-Mittel bereitstellen wird, garantiert jedoch keine vollständige Kompensation und spezifiziert nicht die Handhabung der Nicht-FCM-Anteile, was dem Kongress überlassen bleibt. AChM-Präsident Gustavo Alessandri erklärte: „Mit dem Kommunalwesen spielt man nicht“ und bezeichnete eine teilweise Rückerstattung des FCM als inakzeptabel. Der Bürgermeister von Maipú, Tomás Vodanovic, nannte es eine „regressive Barbarei“, die Dienstleistungen in über 80 % der Gemeinden gefährde, während der Bürgermeister von Lo Barnechea, Felipe Alessandri, Einzelheiten zur Entschädigung forderte. Der Bürgermeister von Santiago, Mario Desbordes, unterstützt das Vorhaben, fordert jedoch eine vollständige Erstattung.