Das kolumbianische Verfassungsgericht hat das Gesetzesdekret 1474 von 2025 für verfassungswidrig erklärt und die Steuerbehörde Dian angewiesen, die rund 25 Milliarden Dollar, die im Dezember durch wirtschaftliche Notstandssteuern eingenommen wurden, zurückzuzahlen. Die Dian bestätigte, dass sie dem Urteil nachkommen und innerhalb von 30 Tagen Maßnahmen umsetzen werde. Gouverneure begrüßten das Urteil, da es die regionalen Finanzen entlaste.
Das kolumbianische Verfassungsgericht hat in seinem Urteil C-079 von 2026 einstimmig (8:0) das Gesetzesdekret 1474 von 2025 für verfassungswidrig erklärt, welches während des durch das Dekret 1390 von 2025 ausgerufenen wirtschaftlichen Notstands im Dezember Steuermaßnahmen auferlegte. Das Urteil untersagt der Dian die weitere Erhebung der geänderten Steuern aus diesem Zeitraum und ordnet die direkte oder indirekte Rückerstattung der eingenommenen Gelder in Höhe von insgesamt rund 25 Milliarden Dollar an.
Zu den betroffenen Steuern gehören die 1-prozentige Abgabe auf erste Exporte von Kohle und Kohlenwasserstoffen (23,8 Milliarden Dollar) sowie die zusätzliche Mehrwertsteuer auf Spirituosenimporte (1,2 Milliarden Dollar). Das Gericht setzte der Dian eine Frist von 30 Tagen nach Zustellung, um Mechanismen für die Rückerstattung zu schaffen und gewährte Steuervorteile zu wahren.
„Angesichts der vom Verfassungsgericht im Urteil C 079 von 2026 erlassenen Anordnungen wird die Behörde die Prüfung aufnehmen [...] und die notwendigen administrativen und operativen Maßnahmen ergreifen“, erklärte die Dian in einer Mitteilung. Sie werde die Steuerzahler zeitnah informieren.
Gouverneure wie Dilian Francisca Toro aus Valle del Cauca unterstützten das Urteil und erklärten, dass die Mittel aus der 19-prozentigen Mehrwertsteuererhöhung auf Spirituosen den Departements für Gesundheit und Bildung zustünden. Andere, wie Erasmo Zuleta aus Córdoba, sehen darin eine Chance zur Reform des Steuersystems.