Das kolumbianische Verfassungsgericht hat die von mehreren Richtern eingereichten Befangenheitsanträge zur Prüfung des Dekrets über den wirtschaftlichen Notstand, das unter anderem eine Vermögenssteuer zur Bewältigung der Winterkrise in Córdoba vorsieht, für unbegründet erklärt. Die Vollversammlung wird ihre Analyse morgen, am 29. April, fortsetzen, nachdem sich am Vortag sechs Richter für befangen erklärt hatten. Wirtschaftsführer und Präsident Gustavo Petro haben auf die gerichtliche Überprüfung reagiert.
Das kolumbianische Verfassungsgericht wies in seiner Sitzung vom 28. April die Befangenheitsanträge zurück, die von Richtern eingereicht wurden, um sich von der Prüfung des Dekrets 0150 von 2026, das im Rahmen des wirtschaftlichen Notstands für die Winterkrise in Córdoba erlassen wurde, zurückzuziehen. Diese Entscheidung ermöglicht es der Vollversammlung, morgen mit der inhaltlichen Analyse der Verfassungsmäßigkeit der Maßnahmen, einschließlich der Vermögenssteuer, fortzufahren.
Am 27. April hatten sich sechs Richter für befangen erklärt, was das Verfahren vorübergehend zum Stillstand brachte. Das Gericht sah keine rechtliche Grundlage für diese Befangenheitsanträge und ebnete damit den Weg für eine mögliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Dekrets.
Der Nationale Verband kolumbianischer Unternehmer (Andi) unter der Leitung von Bruce Mac Master richtete ein Schreiben an das Gericht, in dem er dazu aufforderte, das Dekret für verfassungswidrig zu erklären. Sie argumentierten, dass es das demokratische Prinzip untergrabe, die tatsächlichen Voraussetzungen verfehle, einer Wertungsprüfung nicht standhalte und der Regierung ordentliche Mechanismen zur Verfügung gestanden hätten. Sie forderten eine rückwirkende Anwendung.
Präsident Gustavo Petro kritisierte die Andi mit den Worten: "No le pareció grave a la Andi la emergencia en Córdoba, Sucre y Urabá". Er bekräftigte seinen Aufruf zu den Märschen am 1. Mai in der Karibikregion.
Der Nationale Wirtschaftsrat warnte durch seine Präsidentin Natalia Gutiérrez vor einem "irreversiblen Vermögensschaden" durch die Steuer und stellte Argumente der Regierung infrage, die bereits im Urteil C-075 von 2026 zurückgewiesen wurden. Zudem verwies der Rat auf die Bedenken des Rechnungshofs hinsichtlich der Unsicherheit und mangelnden Nachvollziehbarkeit des Betrags von 8,3 Billionen Pesos.