Kolumbiens Minister für Bergbau und Energie, Edwin Palma, verteidigte sein Krisenmanagement im Fall des Energieversorgers Air-e, der seit Anfang 2026 mit 1,6 Billionen Pesos verschuldet ist. Er kündigte zentrale Schritte an: einen gezielten Aufschlag von 8 Pesos pro kWh für einkommensstarke Haushalte, einen Vorschlag an die Creg für eine verstärkte Energiebeschaffung vor El Niño sowie Forderungen nach strukturellen Reformen im Stromsektor der Karibikregion.
Der Minister für Bergbau und Energie, Edwin Palma, äußerte sich zu den anhaltenden finanziellen Problemen von Air-e, dem Stromversorger für die Departements Atlántico, Magdalena und La Guajira (11,4 % der nationalen Nachfrage). Das Unternehmen steht unter der Aufsicht der Superintendencia de Servicios Públicos, nachdem sich Schulden gegenüber Erzeugern und Übertragungsnetzbetreibern in Höhe von 1,6 Billionen Pesos angehäuft hatten.
"Obwohl mich die Eigentümer von Air-e mit juristischen Mitteln drangsalieren, werde ich nicht aufhören zu arbeiten... für das Recht auf Energie für die Menschen in der Karibik", erklärte Palma in den sozialen Medien.
Aufbauend auf dem Resolutionsentwurf vom Januar für einen vorübergehenden Transportaufschlag von 8 Pesos pro kWh, der ursprünglich landesweit gelten sollte, bereitet die Regierung nun eine gezielte Version für die Einkommensschichten 4, 5 und 6 vor. Diese soll im ersten Jahr 235 Milliarden Pesos einbringen, um die Liquidität zu erhöhen. Vize-Minister Paternina hob strukturelle Probleme wie technische Verluste, schlechte Zahlungsmoral und Investitionsrückstände hervor und betonte die Dringlichkeit der Maßnahme angesichts des in vier Monaten erwarteten El-Niño-Phänomens.
Palma unterbreitete der Energie- und Gasregulierungsbehörde (Creg) zudem Vorschläge für Regelungsanpassungen, die es Air-e ermöglichen sollen, Energie für 2027 maximal abzusichern, um Risiken auf dem Spotmarkt zu verringern. Gleichzeitig forderte er öffentliche Stromerzeuger auf, die Versorgung zu priorisieren. Auf der Messe SER Colombia Renewables Encounter and Fair warnte er vor einer drohenden "systemischen Krise", falls sich El Niño verschlimmert, und kritisierte das Modell des privaten Strommarktes, nachdem in der Region bereits sieben Unternehmen an den Nachwirkungen der Schulden von Electricaribe gescheitert waren.
Langfristig setzt sich Palma für das Programm Colombia Solar und Lösungen zur dezentralen Energieerzeugung für die Karibik ein.