Ein erfahrener Anwalt hat vor einer Untersuchungskommission ausgesagt, dass Generäle der Apartheid-Ära versucht hätten, Ermittlungen zu vergangenen Gräueltaten durch die Drohung zu stoppen, hochrangige ANC-Politiker zu kompromittieren. Die Aussage fiel im Rahmen der Khampepe-Kommission, die Verzögerungen bei den Strafverfolgungen durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission untersucht.
Dumisa Ntsebeza, ein ehemaliges Mitglied der Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC), der heute 76 Jahre alt ist, beschrieb ein Treffen in einem Hotel in Johannesburg in den Jahren 1996 oder 1997. Dabei hätten ihn Generalmajor Pieter Hendrik Groenewald und Kollegen davor gewarnt, zu tief in die Verbrechen der Sicherheitskräfte einzugraben. Sie behaupteten, es existierten Dossiers, die hochrangige ANC-Funktionäre belasteten, und es sei eine Vereinbarung getroffen worden, keine Fälle aus der Apartheid-Zeit mehr zu verfolgen.
Ntsebeza, der von dem verstorbenen Ermittler Wilson Magadla begleitet wurde, sagte, er habe geantwortet, dass er seine Anweisungen ausschließlich vom TRC-Vorsitzenden Erzbischof Desmond Tutu entgegennehme. Später meldete er den Vorfall Tutu und dem stellvertretenden Vorsitzenden Alex Boraine, die sein Vorgehen unterstützten.
Die Aussage verwies zudem auf eine Erklärung der FW de Klerk Foundation aus dem Jahr 2021, die ein informelles Abkommen zwischen ANC-Führern und ehemaligen Regierungsmitarbeitern zur Einstellung von Strafverfolgungen zu bestätigen schien. Ntsebeza bezeichnete die mangelnden Fortschritte bei den TRC-Fällen als ein unverzeihliches Versagen, das die Familien der Opfer wie Bürger zweiter Klasse behandle.
Das Justizministerium und die nationale Staatsanwaltschaft haben eine politische Einflussnahme bestritten. Die Kommission setzt ihre Beweisaufnahme fort.