Der ehemalige deutsche Kapitän Philipp Lahm hat die FIFA und ihren Präsidenten Gianni Infantino dafür kritisiert, kommerzielle Interessen im Fußball in den Vordergrund zu stellen. In einer Kolumne für Die Zeit argumentierte Lahm, dass die Weltmeisterschaft durch diese Einflüsse bei den Fans an Glaubwürdigkeit verliert.
Lahm warf der FIFA vor, das Turnier auszuverkaufen, und erklärte, dass dieser Ansatz dem Fußball seine Glaubwürdigkeit raube. Er merkte an, dass sich die Anhänger zunehmend unwohl fühlten und es immer schwieriger werde, die FIFA von der Veranstaltung selbst zu trennen. Der 42-Jährige äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Belastung der Spieler durch die erweiterte Klub-Weltmeisterschaft und die laufenden Diskussionen über die Austragung der Weltmeisterschaft alle zwei Jahre. Er sagte, ein Turnier brauche Zeit zum Atmen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Lahm schloss sich der Kritik an den hohen Ticketpreisen bei der diesjährigen Weltmeisterschaft an und beschuldigte die FIFA, die Einnahmen zu maximieren, anstatt ehrliche Zahlen zur Nachfrage vorzulegen. Trotz der Kritik begrüßte er das 48-Mannschaften-Format, da es mehr Nationen wie Schottland, der Demokratischen Republik Kongo und Kap Verde die Teilnahme ermögliche.