Der Produzent Rodrigo Teixeira, hinter dem Film 'Ainda Estou Aqui', erklärte in einem Interview auf dem Filmfestival Tiradentes, dass Brasiliens jüngster Oscar-Erfolg öffentliche Politik und Talentenförderung vorantreiben müsse, um kein isoliertes Ereignis zu werden. Er skizzierte eine historische Zeitleiste und hob hervor, wie 'Parasita' Türen für internationales Kino öffnete, und bedauerte verpasste Chancen bei 'Cidade de Deus'. Teixeira sieht Stärkung in der Branche, erwartet aber eine Pause ohne neue starke Projekte.
Rodrigo Teixeira, Produzent von 'Ainda Estou Aqui', das 2025 den Oscar für den besten internationalen Film gewann, nahm am Dienstag, dem 27. Januar 2026, an einem Panel auf dem Filmfestival Tiradentes teil. Er zog historische Parallelen, um den Einfluss des brasilianischen Kinos auf die Auszeichnungen zu erklären. „‘Parasita’ ist ein Geschenk für das internationale Kino“, sagte Teixeira gegenüber Folha. Er erklärte, dass der Sieg von Bong Joon-ho 2020 die internationalen Wähler vereinte und Raum für ausländische Filme unter den besten Film-Nominierten schuf. Teixeira bedauerte den Fall von 'Cidade de Deus' von Fernando Meirelles, der 2002 in Brasilien und 2003 im Ausland herauskam. Von Ancine für die Oscars 2003 ausgewählt, wurde der Film von der Academy wegen Terminproblemen und Inkompetenz des Distributors Miramax abgelehnt. Im Folgejahr erhielt er Nominierungen in Regie, adaptiertem Drehbuch, Schnitt und Kamera, aber keine Siege. „‘Cidade de Deus’ wurde durch die Inkompetenz des internationalen Distributors geschädigt“, sagte er. Nach den Erfolgen von 'Ainda Estou Aqui' und 'O Agente Secreto' von Kleber Mendonça Filho mit Wagner Moura sieht Teixeira keine unmittelbaren Chancen für neue brasilianische Nominierungen. „Auf meinem Radar sehe ich noch keinen Film mit der Potenz von ‘O Agente Secreto’ und ‘Ainda Estou Aqui’“, überlegte er. Dennoch hebt er Vorteile hervor: „Zwei Jahre in Folge für den besten Film nominiert zu sein, ist ein Zeichen der Stärkung. Und ich denke, das werden wir nicht verlieren.“ Der Produzent fragt, wie Isolation vermieden werden kann: „Wie stellen wir sicher, dass das kein isolierter Akt ist? Damit diese Stärkung die öffentliche Politik verbessert, Talenten mehr Chancen gibt und Jugendliche gefördert werden.“ Er erwähnt das Wachstum brasilianischer Academy-Wähler von 15 vor zehn Jahren auf etwa 80 heute und die Bedeutung der lateinamerikanischen Koordination. „Der Oscar ist eine TV-Show. Man braucht Publikum, und nicht nur in den USA.“ Teixeira erinnerte an den anfänglichen Hype um 'O Agente Secreto', das im Mai 2025 in Cannes uraufgeführt wurde, beste Regie- und Schauspielpreise gewann und von Neon-Exekutiv Ryan Werner als stark gehandelt wurde.