Dieses Jahr gedenkt des hundertsten Geburtstags des Filmemachers Ritwik Ghatak sowie des 60. Jahrestags seines gefeierten Films Subarnarekha. Als Teil seiner Teilungs-Trilogie porträtiert der Film die Kämpfe von Flüchtlingen im post-partitionierten Bengalen. Seine Themen von Vertreibung und Verlust hallen in aktuellen globalen Krisen wider, die Millionen betreffen.
Der hundertste Geburtstag von Ritwik Ghatak wird durch verschiedene Veranstaltungen gefeiert, darunter Vorführungen und Diskussionen, die mit dem 60. Jahrestag der Uraufführung von Subarnarekha im Jahr 1965 zusammenfallen. Obwohl der Film damals kein kommerzieller Erfolg war, wird er häufig zu den größten Werken der Filmgeschichte gezählt. Kritiker spekulieren, dass eine frühere Veröffentlichung Ghatak vor Satyajit Ray in das indische Parallelkino gestellt hätte. Die Geschichte dreht sich um Ishwar Chakraborti, einen Flüchtling in Kalkutta nach der Teilung Bengals, der eine Ersatzfamilie mit seiner jüngeren Schwester Seeta und dem dalitischen Waisenjungen Abhiram gründet. Ishwar findet Arbeit in Chhatimpur am Fluss Subarnarekha. Im Laufe der Jahre verlieben sich Seeta und Abhiram, fliehen, gründen eine Familie mit Sohn Binu. Die Tragödie schlägt zu, als Abhiram von einer Meute getötet wird, was Seeta in ein Bordell treibt, wo sie Ishwar unwissentlich begegnet. In einer verheerenden Erkenntnis nimmt sie sich das Leben. Am Boden zerstört kehrt Ishwar mit Binu nach Chhatimpur zurück, verliert aber seinen Job und jede Stabilität. Subarnarekha verwebt persönliche Dramen mit größeren Themen wie Exil, Kasten-Diskriminierung, sozialer Ungleichheit und den Herausforderungen des Nationenaufbaus im unabhängigen Indien. Der Fluss Subarnarekha dient als düstere, bedrohliche Kulisse und symbolisiert unveränderliche Naturkräfte inmitten menschlicher Unruhen. Ghatak, ein engagierter Marxist, erläuterte seine Vision: „Was ich in meinem Film fühlte und mitteilen wollte, ist die Geschichte der gegenwärtigen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen in Bengalen.“ Er betonte, dass die Erzählung nicht nur Teilungsflüchtlinge betrifft, sondern universelle Heimatlosigkeit: „Flüchtling oder Heimatloser bedeutet in diesem Film nicht nur die Heimatvertriebenen aus Ostbengalen. Ich wollte auch sagen, dass wir alle in unserer Zeit heimatlos geworden sind und unsere lebenswichtigen Wurzeln verloren haben.“ Das ambivalente Ende zeigt Ishwar und den jungen Binu auf dem Weg zur anderen Seite des Flusses und weckt schwachen Hoffnungsschimmer inmitten ungelöster Traumata. Mit 122 Millionen weltweit Vertriebenen bis April aufgrund von Konflikten bleiben Ghataks Einsichten zu verlorenen Lebensgrundlagen, Identitäten und Verbindungen heute erschreckend relevant.