In bretonischen Küstenkurorten voten Zweitwohner an ihren Ferienorten und prägen die lokalen Debatten vor den Gemeinderatswahlen 2026. Auf Ile-aux-Moines weckt die Pensionierung des Bürgermeisters Philippe Le Bérigot Ängste vor einem 'Putsch' durch diese Teilzeitbewohner. Diese saisonalen Wähler machen ein Viertel des Wählerkorps aus und haben Prioritäten, die sich von denen der Einheimischen unterscheiden.
Am Hafen von Ile-aux-Moines im Morbihan hat die Ankündigung des Bürgermeisters Philippe Le Bérigot vor einigen Monaten, in den Ruhestand zu gehen, eine Führungslücke hinterlassen. Potenzielle Nachfolger lassen auf sich warten, aus Angst vor einem möglichen 'Putsch' der Zweitwohner. Diese kleine Insel im Herzen des Golfs von Morbihan besteht zu über 70 Prozent aus Ferienwohnungen. Jeder Eigentümer, der eine Immobilie länger als zwei Jahre besitzt, kann sich in die kommunalen Wahlregister eintragen und sogar kandidieren.
Ein Viertel der Wähler auf der Insel sind saisonale Feriengäste. 'Es stört mich nicht, dass sie hier bei Europawahlen oder Bundestagswahlen wählen, aber diese Praxis wirft bei Kommunalwahlen mehr Fragen auf', erläutert Philippe Le Bérigot. Die Bedürfnisse der Zweitwohner unterscheiden sich von denen der ganzjährigen Bewohner. Bei der Schifffahrt etwa priorisiert ein Inselbewohner durchgehende Verbindungen, ein Urlauber hingegen längere Sommerfahrten.
Trotz dieser Bedenken bleibt der Bürgermeister beruhigend: 'Ein ganzjähriger Bewohner und Mandatsträger sollte eine Liste anführen. Es gibt also keinen Grund mehr, sich zu sorgen, dass die Insel von außen regiert wird.' Dieser Einfluss der Teilzeitbewohner bremst Diskussionen über die saisonale Flaute an der Küste und die alternde Bevölkerung – zentrale Themen für die Gemeinderatswahlen im März 2026.