Die Umweltgruppe Sélvame MX prangerte am 2. April die Wiederaufnahme von Bauarbeiten in einer zuvor gesperrten Zone in Tulum, Quintana Roo, an, die über dem unterirdischen Flusssystem Sac Actun liegt. Die Organisation warnt vor Risiken für den Gran Acuífero Maya und die regionale Artenvielfalt. Die Arbeiten umfassen eine etwa 20 Kilometer lange Trasse, die Cenoten und Höhlen durchquert.
Sélvame MX berichtete, dass die Arbeiten in einem Gebiet von hoher ökologischer Empfindlichkeit stattfinden, trotz der vorherigen Schließung durch die Umweltbehörden. Die Gruppe erklärte, dass diese Situation gegen geltende Umweltvorschriften verstoßen könnte. Das System Sac Actun ist Teil des Gran Acuífero Maya, der wichtigsten Süßwasserquelle, die den Dschungel, die Artenvielfalt und Millionen von Menschen auf der Halbinsel Yucatán versorgt. Nach Angaben der Organisation birgt der Bau auf Karstgelände Gefahren wie Einstürze, Grundwasserverschmutzung und irreversible Schäden. Sélvame MX betonte, dass der Eingriff nicht nur den Dschungel, sondern auch das unterirdische Wassersystem bedroht, von dem Millionen abhängen. Die Gruppe stellte in Frage, dass das Projekt, das angeblich von der Secretaría de la Defensa Nacional (Sedena) verwaltet wird, öffentliche Dienstleistungsbedürfnisse oder Mobilitätsprobleme in Tulum adressiert, sondern vielmehr mit Urbanisierung und Immobilienspekulation in Verbindung stehen könnte. Die Anzeige unterstreicht das Fehlen einer öffentlichen Rechtfertigung und die Nichteinhaltung von Umweltbestimmungen, was Fragen zum ökologischen Gleichgewicht der Region aufwirft.