Umwelt- und Bürgergruppen, darunter Tlacuy und Greenpeace Mexiko, rufen für den 5. April in Veracruz zum „Marsch für das Meer“ auf. Sie fordern eine Aufklärung der anhaltenden Kohlenwasserstoff-Verschmutzung im Golf von Mexiko und widersprechen den offiziellen Erklärungen über natürliche Ursachen mit Hinweisen auf Satellitenbilder von Ölteppichen, die bereits seit Februar existieren. Der Protest folgt auf jüngste Regierungsankündigungen über gesäuberte Strände und Eindämmungsmaßnahmen.
Als Reaktion auf die Ölverschmutzung, die über 600 Kilometer der Golfküste betrifft, haben mehr als 30 zivilgesellschaftliche Organisationen – wie das Kollektiv Tlacuy, die feministische Gruppe Rabia, Greenpeace Mexiko und das Mexikanische Zentrum für Umweltrecht – für den 5. April im Hafen von Veracruz den „Marsch für das Meer“ organisiert. Die Veranstaltung beginnt um 16:30 Uhr am Küstenboulevard und endet um 17:30 Uhr am Malecón mit künstlerischen und protestorientierten Aktivitäten. Die Organisatoren erklären: „Der Golf von Mexiko... kann keine Opferzone bleiben.“
Zu den zentralen Forderungen gehören umfassende Umweltsanierungspläne, unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen des kontaminierten Wassers und der betroffenen Arten (einschließlich Schildkröten, Mangroven, Küsten und Flüsse in Veracruz und Tabasco) sowie ein Stopp der Kohlenwasserstoffförderung, bis die Schäden vollständig bewertet sind.
Diese Mobilisierung erfolgt wenige Tage, nachdem Präsidentin Claudia Sheinbaum sowie Vertreter von Semarnat, Semar und Pemex am 31. März berichteten, dass die Verschmutzung auf natürliche „Chapopoteras“ (Ölquellen) im Cantarell-Feld zurückzuführen sei und nicht auf ein Leck von Pemex. Zudem wurde mitgeteilt, dass über 400 Bohrlöcher inspiziert, Strände gereinigt und Hilfen für Fischer bereitgestellt wurden. Aktivisten verweisen jedoch auf Satellitenbilder, die zeigen, dass die Ölteppiche ihren Ursprung am 6. Februar vor Campeche in der Nähe einer Pipeline hatten und Pemex-Schiffe versuchten, diese unbemerkt einzudämmen. Dies widerspricht dem offiziellen Bericht vom 2. März und steht im Zusammenhang mit der Verschmutzung von 630 km Küstenlinie bis zum 21. März.