Die Semperoper in Dresden hat Richard Wagners «Parsifal» nach fast vier Jahrzehnten wieder auf die Bühne gebracht. Die Premiere am Sonntag löste ein geteiltes Echo aus: Beifall für Musik und Sänger, Buhrufe für Regisseur Floris Visser.
Die Semperoper Dresden führte Richard Wagners «Parsifal» erstmals seit 1988 wieder auf. Die letzte Inszenierung von Theo Adam hatte bis 2010 gelaufen. Am Sonntag eröffnete die Neuproduktion unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti, mit Floris Visser als Regisseur in seinem Dresdner Debüt und Bühnenbild von Frank Philipp Schlößmann. Das volle Opernhaus reagierte geteilt: Während Gatti, die Sängersolisten und die Sächsische Staatskapelle Dresden lauten Beifall erhielten, wurde Visser ausgebuht. Besonders Georg Zeppenfeld als Gurnemanz löste Jubelstürme aus, ebenso Eric Cutler (Parsifal-Rollendebüt), Michèle Losier (Kundry), Albert Dohmen (Titurel), Oleksandr Pushniak (Amfortas) und Scott Hendricks (Klingsor). Das Bühnenbild einer Abteiruine, die zum Touristenort geworden ist, fand Gefallen. Vissers Inszenierung erzählt die Geschichte durch die Augen eines Jungen, der mit seiner Schulklasse die Abtei besucht und Parsifal als Helden sieht. Er bezieht sich auf aktuelle Weltkrisen und politische Botschaften. Im Programmheft sagte Visser: «Die Welt braucht Heilung, mehr Gerechtigkeit und Umsicht.» Gatti lobte im Heft die Musik: «Man kommt von einem Tag voller Arbeit (...) und hört das Vorspiel. Dann wird man mit dieser Musik wie auf einen anderen Planeten versetzt.» Weitere Aufführungen folgen am 25. und 31. März sowie 3. und 6. April.