Der Schlagersänger Heino hat in Bad Belzig ein Konzert aus Solidarität mit dem Feuerwehrmann Richard Münder gegeben, der wegen eines Streits um die erste Strophe des Deutschlandliedes entbunden wurde. Rund 800 Zuhörer jubelten dem 87-Jährigen bei seinem Auftritt im Rahmen der Tour «Made in Germany».
In dem Kurort Bad Belzig in Brandenburg trat Heino am Samstag vor rund 800 Zuhörern auf. Das Zusatzkonzert diente der Unterstützung für Richard Münder, einen Feuerwehrmann aus Bad Belzig, der vom Feuerwehrverband entbunden wurde. Der Hintergrund ist ein Vorfall bei der Deutschen Meisterschaft im Feuerwehrsport im vergangenen Jahr in Torgau, Sachsen, wo die erste Strophe des Deutschlandliedes abgespielt wurde.
Heinos Manager Helmut Werner erklärte, der Auftritt solle auf Münders Bedürfnis nach einer zweiten Chance hinweisen. Werner wies Kritik zurück, Heino stehe rechts: «Heino hat sich für ein Verbot der AfD ausgesprochen, sei früher SPD-Wähler gewesen und habe sich in Wahlkämpfen für die CDU eingesetzt. Was hat Heino mit rechts zu tun? Nur weil er Volkslieder singt?»
Auf der Bühne prangte ein großer Adler und die Farben der Deutschlandfahne. Das Publikum tanzte zu Hits wie «Rosamunde», «Karambo Karacho», «Blau blüht der Enzian» und dem umstrittenen «Layla». Viele schwenkten Deutschlandfahnen oder trugen Schals in Schwarz-Rot-Gold, es ertönten «Heino»-Rufe.
Münder bedauerte das Missverständnis: «Ich verwehre mich dagegen, dass ich dort allein schuldig handelnd war, denn da sind andere Organisationselemente ebenfalls mitbeteiligt.» Die umstrittene Aufnahme stammt von Heino aus den 1970er Jahren, auf Bitten des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU).
Das Deutschlandlied wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet, propagandistisch von den Nationalsozialisten missbraucht und offiziell in der dritten Strophe als Nationalhymne seit 1952 anerkannt.