Südafrika steht vor Spannungen wegen palästinensischer Ankünfte und Gaza-Narrativ

Ende 2025 wurde Südafrika zu einem Brennpunkt im globalen Narrativkrieg um Gaza nach dem Besuch der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und der kontroversen Ankunft einer Maschine mit Palästinensern. Diese Ereignisse hoben tiefe Spaltungen hervor, bei denen Antisemitismusvorwürfe mit Forderungen nach Anerkennung eines angeblichen Genozids kollidierten. Lokale Organisationen und internationale Persönlichkeiten mischten sich ein und verstärkten die Debatte über Menschenrechte und historische Parallelen.

Das Narrativ um Gaza hat den globalen Diskurs durchdrungen, aber für Südafrikaner kristallisierte es sich durch spezifische Ereignisse im Oktober und November 2025. Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, besuchte Südafrika und legte am 28. Oktober einen Bericht vor, in dem sie erklärte: „Der laufende Genozid ist ein kollektives Verbrechen, das durch die Komplizenschaft einflussreicher Drittstaaten aufrechterhalten wird.“ Ihr Auftritt in der Nelson-Mandela-Stiftung zog scharfe Kritik vom South African Jewish Board of Deputies (SAJBD) am 23. Oktober nach sich, das der Stiftung vorwarf, „zu einer Bühne für Antisemitismus geworden zu sein, getarnt als Menschenrechtsaktivismus“ unter Vorsitzender Naledi Pandor.

Die Ahmed-Kathrada-Stiftung reagierte am 24. Oktober und wies auf die verspätete Opposition des SAJBD gegen die Apartheid hin, während sie dessen Haltung zu „einem live übertragenen Genozid durch den faschistischen Staat Israel“ in Frage stellte. Gleichzeitig rief ein offener Brief von fast 500 prominenten jüdischen Persönlichkeiten, darunter Naomi Klein, zu Sanktionen gegen Israel auf und erklärte: „Wir neigen unsere Köpfe in unermesslicher Trauer, während die Beweise sich anhäufen, dass Israels Handlungen als Genozid im rechtlichen Sinne gewertet werden.“

Die Spannungen gipfelten am 13. November, als eine Maschine mit Palästinensern aus Gaza auf dem Vorfeld des OR-Tambo-International Airport in Johannesburg wartete und Verzögerungen aufgrund fehlender Ausstempeln aus Israel erlebte. Imtiaz Sooliman von Gift of the Givers leistete Hilfe, doch pro-israelische Stimmen bemängelten dies als ironisch angesichts der südafrikanischen Unterstützung für Palästinenser. Am 17. November berichtete die BBC, dass Südafrika weitere Charterflüge ablehnen würde aus Angst vor einer „Säuberungsagenda“.

Diese Entwicklungen spiegelten breitere Bedenken wider, einschließlich eines UN-Berichts vom September 2025, der feststellte, dass „Israel in dem Gazastreifen Genozid begangen hat“, sowie einer Entscheidung des IGH vom 22. Oktober, dass Israel die Verbindungen von UNRWA zum Hamas nicht nachweisen konnte. Die Ereignisse unterstrichen die Rolle Südafrikas bei der Vertretung palästinensischer Stimmen inmitten von Vorwürfen der Voreingenommenheit.

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