Der 26-jährige Mann, der wegen des Mordes an der Krankenwagenarbeiterin Helena Löfgren in Harmånger angeklagt ist, rief selbst SOS zur Hilfe an, erwähnte aber auch früheres bedrohliches Verhalten. Trotzdem wurde keine Polizei mit dem Krankenwagen geschickt, was zum tragischen Angriff führte. Neue Details tauchen aus dem Notruf und seinem psychiatrischen Besuch auf.
Im Notruf an SOS beschrieb der 26-jährige Mann seine Situation und erwähnte, dass er Tage zuvor bedrohlich gegenüber dem Krankenwagpersonal gewesen war, was zu einem Polizeieinsatz führte. Der Anruf wurde zuvor vom Krankenwagenschef als «ruhig und undramatisch» beschrieben, aber keine Polizei wurde zum Ort geschickt. «Ein katastrophaler Fehler», sagt Luis Monroy, Sicherheitsbeauftragter beim Krankenwagendienst.
Der Krankenwagen mit Helena Löfgren und ihrer Kollegin wurde zur Adresse des Mannes in Harmånger geschickt. Die Kollegin erzählte später der Polizei, wie sie die Situation auf dem Weg einschätzten: «Wir lesen über den Alarm und notieren, dass SOS bewertet hat, dass keine Polizei vor Ort benötigt wird, und es heißt, er ist allein in der Wohnung, er hat selbst angerufen. Er zeigt keine Anzeichen äußerer Aggressivität. Also denken wir, SOS hat eine korrekte Einschätzung gemacht.»
Bei der Ankunft stellten sie einen Fuß in die Tür als Sicherheitsmaßnahme, aber der Mann öffnete ruhig. Plötzlich hob er seine rechte Hand mit einem silberfarbenen Messer und griff an. Helena Löfgren wurde erstochen und starb später im Krankenhaus, während die Kollegin unverletzt entkam. Passanten, Feuerwehrleute und Polizei kamen zur Hilfe.
Der bedrohliche Vorfall, den der Mann erwähnte, war ein Angriff mit einem Baseballschläger auf einen anderen Krankenwagenarbeiter Tage zuvor. Vor dem Vorfall besuchte der Mann die Psychiatrie, wo er das Personal fragte: «Muss man ein Serienmörder werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen?» Er wurde entlassen, da er die Kriterien für Zwangspflege nicht erfüllte, laut dem Arzt. Die Gerichtsmedizin bewertet, dass er während des Angriffs keine schwere psychische Störung hatte.
SOS Alarm verweist auf laufende Untersuchungen und kommentiert nicht, warum keine Polizei geschickt wurde. Region Gävleborg betont in einer E-Mail, dass sie Arbeitsplatzfragen sehr ernst nehmen und mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Sicherheit zu verbessern.